Neuer zielgerichteter Wirkstoff bei voranschreitendem metastasiertem Darmkrebs

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Wenn zuvor zwei oder mehr Chemotherapien versagt haben, kann ein neuer VEGFR-Hemmer die Überlebensaussichten verbessern.

Wenn metastasierter Darmkrebs nach zwei oder mehr Chemotherapien wiederkehrt, kann ein neues zielgerichtetes Medikament, der sogenannte vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktorrezeptor (VEGFR)-Hemmer Fruquintinib die weiteren Aussichten verbessern. Das geht aus den Ergebnissen einer chinesischen Studie in der Fachzeitschrift JAMA hervor.

An der Studie beteiligten sich 416 Patienten im Alter von 18 bis 75 Jahren mit Darmkrebs, der sich bereits mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in andere Organe ausgebreitet hatte. Alle hatten mindestens zwei Chemotherapien hinter sich, und dennoch schritt die Krankheit weiter voran. Mit einem VEGFR-Hemmer war zuvor noch keiner von ihnen behandelt worden. Die Patienten erhielten entweder Fruquintinib oder ein Scheinmedikament (Placebo).

Durch die Therapie mit dem VEGFR-Hemmer verbesserte sich das Gesamtüberleben signifikant, auch die Zeit, bis der Tumor weiter voranschritt, verlängerte sich. Natürlich traten infolge der zielgerichteten Therapie mit Fruquintinib mehr Nebenwirkungen als bei der Gabe des Placebos auf.

Die Studienautoren werteten die Ergebnisse als positiv: In der Dritttherapie bei voranschreitendem metastasiertem Darmkrebs nach zuvor mindestens zwei Chemotherapien habe sich der VEGFR-Hemmer Fruquintinib gegenüber Placebo bewährt. Nun müsse in weiteren Studien auch außerhalb Chinas die Effizienz der Therapie überprüft werden.

 

Quelle:

Li J et al. Effect of Fruquintinib vs Placebo on Overall Survival in Patients With Previously Treated Metastatic Colorectal Cancer. The FRESCO Randomized Clinical Trial. JAMA 2018;319(24):2486-96

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 09.12.2018 17:33