Neuer Wirkstoff für die Behandlung von fortgeschrittenen Weichteilsarkomen

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Wenn bei Patienten mit fortgeschrittenem Weichteilsarkom eine Operation oder Strahlentherapie nicht in Frage kommen, kann künftig eine Kombinationstherapie mit einem monoklonalen Antikörper und einer Chemotherapie durchgeführt werden.

Für Patienten mit fortgeschrittenem Weichteilsarkom, für die eine Operation oder Strahlentherapie nicht in Frage  kommen und die noch nicht mit Doxorubicin in einer Chemotherapie behandelt worden sind, steht künftig eine neue Therapieoption zur Verfügung: der monoklonale Antikörper Olaratumab. Er darf laut den Zulassungsbestimmungen der europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) in Kombination mit einer Chemotherapie mit Doxorubicin angewendet werden.

Olaratumab ist ein Antikörper, der sich gegen den platelet-derived growth factor-Rezeptor alpha (PDGFR-alpha) richtet. Dieser ist in Weichteilsarkomen oft besonders stark ausgeprägt und aktiv und trägt zur Krebsentstehung bei. Wird er blockiert, verlangsamt sich das Tumorwachstum.

Die Zulassung von Olaratumab basiert auf den vielversprechenden Ergebnissen einer Phase II-Studie, in der bei Patienten, die zuvor noch keine Doxorubicintherapie erhalten hatten, unter der Kombination von Olaratumab und Doxorubicin bessere Überlebenszeiten als unter Doxorubicin allein erzielt werden konnten (medianer Zugewinn von fast zwölf Monaten). Da es sich allerdings nur um eine Phase II-Studie handelte, ist die jetzt erfolgte Zulassung an den Abschluss einer laufenden Phase III-Studie gebunden: Nur wenn sich hier die positiven Resultate bestätigen, bleibt die Zulassung bestehen. 

Die häufigsten Nebenwirkungen, die in der Phase II-Studie auftraten, waren Übelkeit, Muskel- und Knochenschmerzen, ein Rückgang der weißen Blutkörperchen (Neutropenie) und Entzündungen der Schleimhäute im Magen-Darmtrakt.

 

Quelle:

Mitteilung der EMA vom 16. September 2016

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35