Neuer Wirkstoff bei fortgeschrittenem Prostatakrebs

Nachricht vom 15.10.2022

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Ein neuer Androgenrezeptorblocker ist offenbar wirksamer als die bisherige Therapie.

Bei Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs kann ein neuer Androgenrezeptorblocker in Kombination mit einer antihormonellen Therapie die Überlebensaussichten verbessern und geht seltener mit bestimmten Nebenwirkungen einher. Das lässt sich aus den Ergebnissen der CHART-Studie ablesen, die in der Fachzeitschrift Lancet Oncology veröffentlicht wurden.

Bei dem neuen Androgenrezeptorblocker handelt es sich um einen Wirkstoff, der die Blut-Hirnschranke vergleichsweise leicht überwinden kann und deshalb vermutlich auch gegen Hirnmetastasen wirkt. In der Studie wurden 654 Patienten ab 18 Jahren mit hormonempfindlichem metastasiertem Prostatakrebs entweder mit dem neuen Androgenrezeptorblocker oder einem bewährten Androgenrezeptorblocker jeweils plus antihormonelle Therapie behandelt. Bei allen lag ein hohes Tumorvolumen vor.

Bei der vorgeplanten Zwischenanalyse hatte sich unter dem neuen Androgenrezeptorblocker das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, gegenüber der anderen Therapie signifikant verbessert. Und auch das Gesamtüberleben war unter der neuen Therapie signifikant besser. 

Offenbar kann mit dem neuen Androgenrezeptorblocker in Verbindung mit Androgendeprivation zur Unterdrückung der Wirkung von Testosteron bei Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs mit hohem Tumorvolumen eine höhere Wirksamkeit als bislang erzielt werden, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

Gu W et al. Rezvilutamide versus bicalutamide in combination with androgen-deprivation therapy in patients with high-volume, metastatic, hormone-sensitive prostate cancer (CHART): a randomised, open-label, phase 3 trial. Lancet Oncology 2022, 23(10):1249-60

 

(KvK)

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