Neuer Wirkstoff bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs in den USA

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Wenn bestimmte Genveränderungen in den Krebszellen vorliegen, dürfen Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs in den USA nach mehreren Chemotherapien mit einem neuen PARP-Blocker behandelt werden.

Frauen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs können künftig in den USA unter bestimmten Umständen mit einem neuen Wirkstoff behandelt werden – nämlich dann, wenn sie bereits zwei oder mehr Chemotherapien hinter sich gebracht haben, ohne dass die Krankheit aufzuhalten wäre, und eine Veränderung (Mutation) in den BRCA-Genen in den Tumorzellen tragen. Die amerikanische Arzneimittelbehörde hat für diese Fälle dem Einsatz des sogenannten PARP-Hemmers Rucaparib die Zulassung erteilt.

Rucaparib verhindert ähnlich wie Olaparib die Reparatur der DNA in den Krebszellen und hemmt auf diese Weise deren Vermehrung. Der erste derartige PARP-Blocker Olaparib wurde in den Jahren 2014 und 2015 in den USA und Europa eingeführt. Er darf bislang nur dann eingesetzt werden, wenn eine krankheitsverursachende Mutation in den Genen BRCA1 oder BRCA2 vorliegt. Beide Gene sind gemeinhin als „Brustkrebsgene“ bekannt, weil die Trägerinnen von Mutationen in diesen Genen ein erblich bedingt erhöhtes Risiko für Brustkrebs haben. 

In zwei klinischen Phase 2-Studien mit insgesamt 106 Patientinnen wurde eine gute Wirkung von Rucaparib nachgewiesen. Bei allen Patientinnen war die Krankheit zuvor trotz mehrerer Chemotherapien vorangeschritten, sodass die Behandlungsmöglichkeiten nahezu ausgeschöpft waren. Bei rund der Hälfte der Patientinnen bildete sich der Tumor infolge der Therapie mit Rucaparib zurück, die Krankheit konnte im Durchschnitt neun Monate lang aufgehalten werden.

Die häufigsten Nebenwirkungen von Rucaparib sind Übelkeit, Fatigue (chronische Erschöpfung), Erbrechen, Blutarmut (Anämie), Bauchschmerzen, Geschmacksstörungen, Verstopfung, Appetitlosigkeit, Durchfall, eine Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Atemstörungen. Der Wirkstoff schädigt das Knochenmark und darf nicht während einer Schwangerschaft eingesetzt werden, weil er den Embryo schädigen würde.

Auch in Europa wurde die Zulassung von Rucaparib zur Behandlung von fortgeschrittenem Eierstockkrebs beantragt. Weitere klinische Studien zur Effizienz und Sicherheit des Mittels werden durchgeführt. 

 

Quellen:

Deutsches Ärzteblatt, 21. Dezember 2016

FDA-Pressemitteilung vom 19. Dezember 2016

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35