Neuer Wirkstoff bei fortgeschrittenem Brustkrebs zu erwarten

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In der EU wird bald ein neuer Wirkstoff für die Behandlung von fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs zugelassen. Er hemmt zwei Enzyme (CDK 4,6), die an der Zellteilung beteiligt sind.

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat kürzlich eine Empfehlung für die Zulassung eines neuen Wirkstoffs zur Behandlung von Patientinnen mit Brustkrebs im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium in der EU ausgesprochen. Palbociclib, so der Name des Wirkstoffs, entfaltet seine Wirkung bei Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem (humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2) Brustkrebs, in dem er die beiden Proteine Zyclin-abhängige Kinase (CDK) 4 und 6 blockiert.

Zellteilung wird verhindert

Durch die Hemmung von CDK 4 und 6 werden die Krebszellen an der Zellteilung gehindert, wodurch das Tumorwachstum gestoppt wird. Bei Frauen nach den Wechseljahren kann Palbociclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder dem Antiöstrogen Fulvestrant eingesetzt werden, wenn sich die Patientinnen zuvor einer Hormontherapie unterzogen haben. Bei Frauen vor der Menopause sollte die Hormontherapie mit luteinisierendem Hormon Releasing-Hormon (LHRH) kombiniert werden. 

Zwei Studien mit Überlebensvorteilen

Die Empfehlung der EMA basiert auf den Ergebnissen zweier Studien, in denen sich Überlebensvorteile ergeben hatten, wenn Brustkrebspatientinnen mit Palbociclib und dem Aromatasehemmer Letrozol oder dem Antiöstrogen Fulvestrant im Vergleich zur alleinigen Hormontherapie behandelt worden waren. 

Die häufigsten Nebenwirkungen betrafen einen Rückgang der blutbildenden Zellen im Rückenmark, Infektionen, chronische Erschöpfung (Fatigue), Übelkeit, Erbrechen, Entzündung der Mundschleimhaut, Durchfall und Haarausfall. Die Zulassung von Palbociclib innerhalb der EU wird nun in Kürze erwartet.

 

Quelle:

Mitteilung der EMA vom 16. September 2016

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.09.2017 16:40