Neuer Therapiestandard bei Patienten mit multiplem Myelom

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Wenn Patienten mit multiplem Myelom für eine Stammzelltransplantation nicht in Frage kommen, kann eine Kombinationstherapie aus Daratumumab, Lenalidomid und Dexamethason die Überlebensaussichten verbessern.

Bei Patienten mit multiplem Myelom, die sich nicht einer Stammzelltransplantation unterziehen können, verbessert die Zugabe des Antikörpers Daratumumab zur Standardtherapie mit Lenalidomid und Dexamethason die Überlebensaussichten. Das berichteten Wissenschaftler auf dem diesjährigen Kongress der American Society of Hämatology ASH.

An der Studie nahmen 737 Patienten aus 14 Ländern ab 65 Jahren teil. Sie konnten sich aufgrund ihres körperlichen Zustands nicht der Hochdosis-Chemotherapie unterziehen, die im Zusammenhang mit einer Stammzelltransplantation unumgänglich ist. Die Teilnehmer wurden entweder mit der Standardtherapie mit Lenalidomid und Dexamethason behandelt oder erhielten zusätzlich den Antikörper Daratumumab. Lenalidomid wirkt auf verschiedene Weise gegen die Tumorzellen, indem es beispielsweise ihre Versorgung mit Blut und Nährstoffen behindert und die Ausschüttung von entzündungshemmenden Stoffen fördert. Der Antikörper Daratumumab wiederum bindet an das CD38, ein Eiweiß, das vermehrt auf der Oberfläche der Tumorzellen gebildet wird. Bindet sich Daratumumab an CD38, wird eine verstärkte Immunreaktion und der Tod der Krebszellen ausgelöst.

Bei den in der Studie mit Daratumumab behandelten Patienten zahlte sich diese Zusatztherapie aus: Die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, verlängerte sich, das Risiko, an der Erkrankung zu sterben, sank. Mehr Patienten sprachen auf die Behandlung an, wenn Daratumumab dazu verabreicht wurde, auch war das Ansprechen insgesamt tiefer. 

Laut Zusammenfassung der Studienautoren könne die Zugabe von Daratumumab bei älteren Patienten mit multiplem Myelom, die sich nicht einer Stammzelltransplantation unterziehen können, im Vergleich zur Standardbehandlung mit Lenalidomid und Dexamethason die Krankheit länger aufhalten und das Sterberisiko senken. Auch angesichts weiterer Studien, die positive Effekte für Daratumumab erbracht hatten, solle die Kombination des Antikörpers mit den bisherigen Standardtherapien als neue Option zugänglich gemacht werden.

 

Quelle:

Facon T et al. LBA-2 Phase 3 Randomized Study of Daratumumab Plus Lenalidomide and Dexamethasone (D-Rd) Versus Lenalidomide and Dexamethasone (Rd) in Patients with Newly Diagnosed Multiple Myeloma (NDMM) Ineligible for Transplant (MAIA). Präsentation beim ASH Annual Meeting, 4. Dezember 2018

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 25.03.2019 12:14