Neuer HPV-Impfstoff: Schützt noch besser vor Gebärmutterhalskrebs

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Ein neuer Impfstoff erfasst neun krebserregende humane Papillomvirustypen. Damit könnten womöglich 90 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs weltweit verhindert werden.

Ein neuer Impfstoff gegen neun krebserregende humane Papillomvirustypen (HPV) bietet allen, die sich dagegen impfen lassen, einen hohen Schutz vor Krebs im Genitalbereich, insbesondere vor Gebärmutterhalskrebs. Das geht aus den jetzt vorgestellten Ergebnissen einer Langzeitstudie in der Fachzeitschrift The Lancet hervor. Der neunvalente Impfstoff soll den bisherigen Impfstoff, der sich gegen vier krebserregende HPV-Typen richtete, ersetzen.

Von den mehr als einhundert Varianten humaner Papillomviren verursachen nur wenige Krebs. Die beiden Hauptverursacher von Gebärmutterhalskrebs sind HPV-16 und -18 – beide werden von den bisherigen Impfstoffen abgedeckt. Der nun getestete neunvalente Impfstoff richtet sich zusätzlich gegen die HPV-Typen 6, 11, 31, 33, 45, 52 und 58. Er wurde im Rahmen der Studie an 105 Zentren in 18 Ländern getestet. Insgesamt 14.215 gesunde Frauen im Alter von 16 bis 26 Jahre wurden im Verlauf von sechs Monaten mit jeweils drei Dosen des neuen neunvalenten oder des alten quadrivalenten Impfstoffs geimpft.

Hochgradige Erkrankungen des Gebärmutterhalses, zu denen intraepitheliale Neoplasien des Gebärmutterhalses Grad 2 oder 3 (Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs), Adenokarzinome in situ und invasiver Gebärmutterhalskrebs zählen, aber auch hochgradige Erkrankungen der Vulva (Schamhügel) wie vulväre intraepitheliale Neoplasie Grad 2/3 und Vulvakrebs sowie hochgradige Erkrankungen der Scheide wie vaginale intraepitheliale Neoplasie Grad 2/3 und Scheidenkrebs traten nach der neunvalenten Impfung signifikant seltener auf als nach der quadrivalenten. So wurden nach sechsjähriger Beobachtungszeit nur noch 0,5 Fälle von hochgradiger, mit HPV 31, 33, 45, 52 oder 58 in Verbindung stehender Gebärmutterhals-, Vulva- oder Scheidenerkrankung pro 10.000 Personenjahre registriert – nach dem quadrivalenten Impfstoff, der nicht direkt gegen die genannten HPV-Typen wirkt, waren es 19 Fälle pro 10.000 Personenjahre. Dies zeigt eine Effizienz der Impfung von 97,4 Prozent an. 

Hinsichtlich des Auftretens schwerer Nebenwirkungen gab es zwischen den beiden Impfgruppen keinen nennenswerten Unterschied. Sechs Patientinnen der neunvalenten Impfstoffgruppe und fünf der quadrivalenten starben während der Beobachtungszeit, wobei keiner der Todesfälle mit der Impfung in Verbindung zu bringen war.

Nach Ansicht der Studienautoren habe der neue neunvalente HPV-Impfstoff das Potenzial, neun von zehn Gebärmutterhalskrebsfällen weltweit verhindern zu können.

 

Quelle:

Huh, W. K. et al.: Final efficacy, immunogenicity, and safety analyses of a nine-valent human papillomavirus vaccine in women aged 16–26 years: a randomised, double-blind trial. The Lancet, Onlinevorabveröffentlichung am 5. September 2017, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(17)31821-4

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 15.12.2017 13:24