Neuer Antikörper bei voranschreitendem Brustkrebs

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Die Krankheit kann im fortgeschrittenen Stadium damit offenbar besser aufgehalten werden als mit dem bislang üblichen HER2-Antikörper. 

Eine neuer HER2-Antikörper kann Patientinnen mit fortgeschrittenem HER2-positivem Brustkrebs Überlebensvorteile bringen, wenn er nach ersten, nicht mehr wirksamen Therapien zusammen mit einer Chemotherapie eingesetzt wird. Das zeigen die Ergebnisse der klinischen Phase III-Studie SOPHIA, die in der Fachzeitschrift JAMA Oncology veröffentlicht wurden.

Für die Studie wurden an 166 Kliniken in 17 Ländern insgesamt 536 Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs gewonnen. Bei allen hatte sich der Tumor mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet, weshalb sie bereits eine bis drei Therapien hinter sich hatten. Dennoch schritt ihr Tumor weiter voran. Nun erhielten sie eine Therapie mit entweder dem bislang üblichen HER2-Antikörper oder dem neuen HER2-Antikörper, dazu eine Chemotherapie.

Unter dem neuen HER2-Antikörper verbesserte sich das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt. Auch für das Gesamtüberleben deutete sich in der Zwischenanalyse ein möglicher Vorteil an, bislang allerdings ohne Signifikanz. Die objektive Ansprechrate war unter dem neuen HER2-Antikörper signifikant besser als unter dem alten.

Vor allem im ersten Behandlungszyklus traten unter dem neuen Medikament häufiger infusionsbedingte Reaktionen auf. Darüber hinaus war die Verträglichkeit von altem und neuem HER2-Antikörper vergleichbar.

Endgültige Ergebnisse zum Gesamtüberleben werden, so die Studienautoren abschließend, noch für dieses Jahr erwartet. Offenbar aber könne mit dem neuen HER2-Antikörper bei Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs das Fortschreiten der Krankheit besser aufgehalten werden.

 

Quelle:

Rugo HS et al. Efficacy of Margetuximab vs Trastuzumab in Patients With Pretreated ERBB2-Positive Advanced Breast Cancer. A Phase 3 Randomized Clinical Trial. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 22. Januar 2021, doi:10.1001/jamaoncol.2020.7932

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 05.03.2021 16:13