Neuer Antikörper bei Non-Hodgkin-Lymphomen

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Wenn bei Non-Hodgkin-Lymphomen eine erste Antikörpertherapie nicht mehr ausreichend wirkt bzw. die Krankheit zurückkehrt, besteht seit kurzem eine neue Therapieoption.

Follikuläre Lymphome (FL) werden meist erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt, sodass es bei der Therapie vor allem darum geht, den Krankheitsprozess so lange wie möglich aufzuhalten und Symptome zu bekämpfen. Wenn dann noch eine Therapie mit dem monoklonalen Anti-CD20-Antikörper versagt, waren die Aussichten bislang ungünstig, auch weil keine adäquate Alternative für die Therapie zur Verfügung stand. Das kann sich nun mit der Zulassung des neuen Antikörpers Obinutuzumab ändern, der ebenfalls gegen CD20 wirkt, aber auf eine etwas andere Weise. Grundlage für die Zulassung des Antikörpers in Kombination mit einer Bendamustin-Chemotherapie gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Obinutuzumab bei Patienten mit follikulärem Lymphom waren die Ergebnisse einer Studie, deren Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift The Lancet Oncology veröffentlicht wurden.

An der Studie, die in 14 Ländern in Europa, Asien, Nord- und Mittelamerika durchgeführt wurde, nahmen 396 Patienten im Alter von 18 Jahren oder älter mit Non-Hodgkin-Lymphom teil. Bei allen reagierte die Krankheit nicht oder nicht mehr ausreichend auf die Therapie mit Rituximab bzw. war nach einer gewissen Zeit zurückgekehrt. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip zwei Therapiegruppen zugeordnet: Obinutuzumab plus Bendamustin oder Bendamustin allein. Patienten, bei denen die Krankheit auch nach sechs Zyklen der Kombinationstherapie noch nicht wiederaufgeflackert war, bekamen anschließend eine Erhaltungstherapie mit Obinutuzumab, die bis zu zwei Jahre lang durchgeführt wurde.

Nach einer mehrjährigen Beobachtungszeit war die Zeit ohne weiteres Voranschreiten der Krankheit in der Obinutuzumab-Bendamustin-Gruppe signifikant länger als in der Bendamustin-Gruppe. Patienten mit follikulärem Lymphom, die einen Anteil von 81% unter den Patienten ausmachten, blieben unter der Kombinationstherapie mehr als doppelt so lange krankheitsfrei wie unter der Monotherapie, auch zeigte sich für sie ein Überlebensvorteil.

Nach Ansicht der Studienautoren stehe mit der Kombination aus Obinutuzumab und Bendamustin gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Obinutuzumab eine wirksame und relativ gut verträgliche Therapieoption für Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphomen zur Verfügung, die nicht oder nicht mehr ausreichend auf Rituximab reagieren oder einen Krankheitsrückfall erleiden.

 

Quellen:

Sehn, L. H. et al.: Obinutuzumab plus bendamustine versus bendamustine monotherapy in patients with rituximab-refractory indolent non-Hodgkin lymphoma (GADOLIN): a randomised, controlled, open-label, multicentre, phase 3 trial. The Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 23. Juni 2016, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(16)30097-3

Trneny M et al. EHA 2016, abstract #S440

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07