Neuer Antikörper bei multiplem Myelom

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

In fortgeschrittenen Fällen kann eine neue Antikörpertherapie die Krankheit vorübergehend stoppen

Schreitet ein multiples Myelom trotz bisheriger Therapien voran oder ist es nach einer Zeit des Stillstands zurückgekehrt, kann bei der Behandlung eine Kombination von Lenalidomid und Dexamethason mit dem monoklonalen Antikörper Elotuzumab sinnvoll sein. Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine berichteten, lässt sich die Krankheit dadurch in vielen Fällen vorübergehend stoppen, und das Sterberisiko sinkt.

In einer Studie waren mehr als 600 Patienten mit entweder Lenalidomid und Dexamethason allein behandelt worden oder hatten zusätzlich noch Elotuzumab erhalten. Der Antikörper aktiviert sogenannte Natürliche Killerzellen des Immunsystems, die sich dann gegen die Krebszellen richten. Durch die zusätzliche Gabe des Antikörpers verlängerte sich die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, signifikant. Während in der Lenalidomid-Dexamethason-Gruppe bei der Hälfte der Patienten nach rund 15 Monaten die Krankheit wieder voranzuschreiten begann, geschah dies bei zusätzlicher Gabe von Elotuzumab erst nach gut 19 Monaten. Nach zwei Jahren war in der Elotuzumab-Lenalidomid-Dexamethason-Gruppe die Krankheit bei noch immer zwei Fünftel der Patienten still. Auch sprachen signifikant mehr Patienten auf die Therapie mit Elotuzumab an. 

Insgesamt erwies sich die Therapie mit dem Antikörper als gut verträglich. Vor allem bei der ersten Therapiesitzung kam es bei einem von zehn Patienten zu einer Infusionsreaktion, die jedoch in den meisten Fällen nur geringgradig ausfiel. Nach Ansicht der Studienautoren seien die Studienergebnisse für die Behandlung fortgeschrittener multipler Myelome ermutigend.

 

Quelle:

Lonial, S. et al.: Elotuzumab Therapy for Relapsed or Refractory Multiple Myeloma. New England Journal of Medicine 2015; 373:621-631

 

(kvk)

 

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 29.09.2016 16:47