Neuer ALK-Hemmer bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs wirksamer als der alte

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In der Ersttherapie kann ein ALK-Hemmer der dritten Generation bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs die Krankheit besser aufhalten.

In manchen Fällen, wenn nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC) eine Besonderheit, eine sogenannte ALK-Translokation, aufweist, können die Patienten im fortgeschrittenen Stadium mit einem ALK-Hemmer behandelt werden. Dabei ist ein Wirkstoff der dritten Generation offenbar wirksamer als einer der ersten Generation. Dies berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

Neben Mutationen, also Veränderungen im Bauplan der Gene, kann es bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs auch zu sogenannten Rearrangements kommen. Dabei werden Gene oder ganze Genabschnitte umgelagert, verschiedene Gensegmente lagern sich neu aneinander an. Ein solcher Fall liegt bei der ALK-Translokation vor (ALK = anaplastische Lymphomkinase). Das ALK-Gen liefert den Bauplan für das Enzym anaplastische Lymphomkinase. Kommt es in zum Beispiel Lungenzellen zu einer ALK-Translokation, wird das Gen dauerhaft aktiviert, wodurch die Zellen zu wuchern beginnen. In diesem Fall kann der therapeutische Einsatz eines ALK-Hemmers von Vorteil sein.

In der aktuellen Phase III-Studie wurde ein ALK-Hemmer der dritten Generation mit einem ALK-Hemmer der ersten Generation verglichen. Studienteilnehmer waren 196 Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positivem NSCLC, die noch keine Therapie wegen ihrer metastasierten Erkrankung erhalten hatten. 

Laut der jetzigen Zwischenanalyse erwies sich der neue ALK-Hemmer als deutlich effektiver: Nach zwölf Monaten waren gut drei Viertel der damit behandelten Patienten noch am Leben, ohne dass die Krankheit weiter vorangeschritten wäre. In der anderen Behandlungsgruppe war dies nur bei rund 40 Prozent der Fall. Die Ansprechrate war in der Gruppe des neuen ALK-Hemmers höher. Vor allem wirkte der neue ALK-Hemmer bei Hirnmetastasen besser. Allerdings traten unter dem neuen ALK-Hemmer mehr Grad 3 oder 4 Nebenwirkungen auf.

Damit, so die Studienautoren, habe sich der ALK-Hemmer der dritten Generation bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs als überlegen herausgestellt.

 

Quelle:

Shaw AT et al. First-Line Lorlatinib or Crizotinib in Advanced ALK-Positive Lung Cancer. New England Journal of Medicine 2020; 383:2018-29

 

(KvK)

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