Neue zielgerichtete Therapie bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs

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Ein neuer ALK-Hemmer kann in bestimmten Fällen Überlebensvorteile bringen.

Bei drei bis fünf Prozent aller nicht-kleinzelligen Lungenkarzinome liegt eine Veränderung im sogenannten anaplastischen Lymphomkinasegen ALK vor, sodass eine zielgerichtete Therapie mit einem ALK-Tyrosinkinasehemmer erfolgversprechend ist. In einer Studie stellte sich ein neuer ALK-Hemmer gegenüber dem bislang bewährten auch in der zweiten Zwischenanalyse als überlegen heraus. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

An der ALTA-1-Studie nahmen 275 Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs teil. Sie erhielten, nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, entweder den bislang üblichen ALK-Hemmer oder den ALK-Hemmer der neuen Generation. Nach einer Beobachtungszeit von mehr als zwei Jahren war der neue ALK-Hemmer dem alten noch immer überlegen. Die Zeit, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, konnte mehr als verdoppelt werden. Zudem verlängerte sich die Zeit, bis sich der allgemeine Gesundheitszustand der Patienten und ihre Lebensqualität verschlechterten. 

Da die Therapie auch weitgehend gut vertragen wurde, erwies sich der ALK-Hemmer der neuen Generation dem alten ALK-Hemmer als in allen Punkten überlegen, so die Studienautoren in ihrer Bewertung. Für die Ersttherapie bei fortgeschrittenem ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs stehe damit eine neue vielversprechende Behandlungsoption zur Verfügung.

 

Quelle:

Camidge DR et al. Brigatinib Versus Crizotinib in Advanced ALK Inhibitor–Naive ALK-Positive Non–Small Cell Lung Cancer: Second Interim Analysis of the Phase III ALTA-1L Trial. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 11. August 2020, DOI https://doi.org/10.1200/JCO.20.00505

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 01.12.2020 16:52