Neue Therapieoption durch Kombination bei fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs

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Bei Melanomen mit BRAF-Mutation bringt eine Kombination aus BRAF- und MEK-Hemmer deutliche Überlebensvorteile.

Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs, der in seinen Zellen eine sogenannte BRAF-V600-Veränderung (Mutation) aufweist, können erfolgreich mit BRAF- und MEK-Hemmern behandelt werden. In einer Studie kristallisierte sich jetzt ein neuer BRAF-Hemmer, Encorafenib genannt, in Kombination mit einem MEK-Hemmer namens Binimetinib als effiziente Behandlungsoption heraus. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Lancet Oncology.

Der sogenannte RAS-RAF-MEK-ERK-Signalweg spielt bei schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, eine Schlüsselrolle. Raf-Proteine (Abkürzung für engl. rapidly accelerated fibrosarcoma) sind eine Familie von Proteinkinasen, die in Signalwegen wirken. Liegt eine BRAF-V600-Mutation vor, wird der Mitogen-aktivierte Protein-Kinase(MAPK)-Stoffwechselweg aktiviert, was die Krebsentstehung begünstigt. Bei Patienten mit einer BRAF-V600-Mutation in den Krebszellen können Hemmstoffe wie die BRAF-Blocker in Kombination mit MEK-Blockern eingesetzt werden. Dies wirkt dem weiteren Tumorwachstum entgegen.

In der aktuellen Studie nun erhielten 577 Patienten mit lokal fortgeschrittenem, inoperablem oder metastasiertem Melanom, bei denen eine entsprechende BRAF-Mutation nachgewiesen worden war, eine Therapie mit der BRAF/MEK-Hemmer-Kombination Encorafenib und Binimetinib, mit Encorafenib allein oder mit dem BRAF-Hemmer Vemurafenib. Die Patienten waren mindestens 18 Jahre alt, sie hatten entweder noch keine Therapie erhalten, oder ihre Krankheit war nach einer ersten Immuntherapie weiter vorangeschritten.

Von den Patienten der Vemurafenibgruppe war die Hälfte nach rund 17 Monaten verstorben, in der Encorafenib-Binimetinibgruppe war dies erst nach knapp 34 Monaten der Fall. Der Unterschied war signifikant. Auch die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, konnte durch die BRAF/MEK-Hemmer-Kombinationstherapie signifikant verlängert werden. Alle Therapien waren weitgehend verträglich.

Die BRAF/MEK-Hemmer-Kombination habe sich in dieser Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem malignem Melanom mit BRAF-Mutation als wirkungsvoll und gut verträglich erwiesen, so die Studienautoren. Sie solle für diese Patientengruppe als wichtige Therapieoption verfügbar gemacht werden.

 

Quelle:

Dummer R et al. Overall survival in patients with BRAF-mutant melanoma receiving encorafenib plus binimetinib versus vemurafenib or encorafenib (COLUMBUS): a multicentre, open-label, randomised, phase 3 trial. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 12. September 2018, DOI:https://doi.org/10.1016/S1470-2045(18)30497-2

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 13.12.2018 16:57