Neue Therapie bei voranschreitendem metastasiertem Prostatakrebs

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Eine Therapie mit einem PARP-Hemmer kann in bestimmten Fällen die Krankheit vorübergehend aufhalten.

In bestimmten Fällen kann sich bei Patienten mit Prostatakrebs, der sich bereits mit Tochtergeschwülsten (Metastasen) in andere Organe ausgebreitet hat und trotz antihormoneller Therapie weiterwächst, eine Behandlung mit einem sogenannten Poly(Adenosindiphosphat–Ribose) Polymerase (PARP)-Hemmer lohnen. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

An der Phase III-Studie nahmen Männer mit metastasiertem Prostatakrebs teil, der trotz der Therapie mit neuartigen antihormonellen Wirkstoffen weiter voranschritt. Bei allen Patienten lagen bestimmte genetische Veränderungen vor, die einen Therapieerfolg mit einem PARP-Hemmer wahrscheinlicher machten, zum Beispiel Veränderungen in den BRCA1 oder 2 Genen. Einige Teilnehmer erhielten eine Therapie mit einem PARP-Hemmer, die übrigen als Kontrollgruppe weiter eine antihormonelle Therapie. 

Durch die PARP-Hemmertherapie verdoppelte sich gegenüber der Kontrollgruppe mit antihormoneller Therapie die Überlebenszeit, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, und wurde damit signifikant verlängert. Auch die objektive Ansprechrate verbesserte sich, zudem verlängerte sich die Zeit, bis sich Schmerzen infolge der Krankheit verschlechterten. Ein großer Teil der Patienten aus der Kontrollgruppe, bei denen der Tumor weiter voranschritt, wechselte im Laufe der Studie auf eine PARP-Hemmertherapie. Die wichtigsten Nebenwirkungen dieser Therapie waren Blutarmut (Anämie) und Übelkeit.

Wenn bestimmte genetische Veränderungen vorliegen, kann bei voranschreitenden metastasierten Prostatatumoren eine Therapie mit einem PARP-Hemmer die Krankheit vorübergehend aufhalten, so das Fazit der Studienautoren. 

 

Quelle:

de Bono J et al. Olaparib for Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 28. April 2020, DOI: 10.1056/NEJMoa1911440

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 04.12.2020 14:22