Neue Optionen bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs

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Mit einem Tyrosinkinasehemmer der dritten Generation lässt sich die Krankheit deutlich länger aufhalten.

Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), der bereits lokal fortgeschritten ist oder sich mit Tochtergeschwülsten, Metastasen, in andere Organe ausgebreitet hat, können künftig in der Ersttherapie zielgerichtet mit dem neuen Tyrosinkinasehemmer (TKI) Osimertinib behandelt werden. Im Vergleich zu den bisherigen TKI lässt sich damit die Krankheit erheblich länger aufhalten, wie sich in der Zulassungsstudie gezeigt hat.

Eine Voraussetzung dafür, dass Osimertinib wirken kann, ist eine Veränderung, eine sogenannte Mutation, im epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (Epidermal Growth Factor Receptor, EGFR). Schon länger darf der Wirkstoff eingesetzt werden, wenn sich andere Therapien als nicht ausreichend erwiesen haben. Nun zeigte eine Studie jedoch, dass Osimertinib eine deutlich bessere Wirksamkeit als die bislang standardmäßig eingesetzten TKI Erlotinib oder Gefitinib auch in der Ersttherapie erzielen kann. Im direkten Vergleich verlängerte sich das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, bei der Hälfte der Patienten von rund zehn auf fast 19 Monate. Auch verlängerte sich die Ansprechdauer und reduzierte sich das Risiko, dass die Krankheit, wenn bereits Metastasen im Gehirn vorlagen, dort weiter voranschritt. Nach 18 Monaten waren in den mit Erlotinib oder Gefitinib behandelten Gruppen 71 Prozent der Patienten noch am Leben, in der mit Osimertinib behandelten Gruppe waren es 83 Prozent.

Insgesamt wurde der Wirkstoff gut vertragen, die meisten Nebenwirkungen waren leicht bis mäßig ausgeprägt und konnten gut behandelt werden.

 

Quellen:

Journal Onkologie und Pressemitteilung des Herstellers Mai/Juni 2018

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 16.07.2018 12:21