Neue Krebszahlen für Deutschland

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Rund eine halbe Million Menschen erkranken hierzulande jedes Jahr an Krebs. Bei Männern ist - unter Berücksichtigung des Lebensalters - die Zahl deutlich stärker rückläufig als bei Frauen.

Rund eine halbe Million Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Krebs. Das geht aus den neuesten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. In der 12. Ausgabe der alle zwei Jahre ausgegebenen Broschüre „Krebs in Deutschland“ wurden die Daten der bevölkerungsbezogenen Krebsregister in Deutschland bis zum Jahr 2016 ausgewertet.

Demnach erhielten im Jahr 2016 rund 492.000 Menschen die Diagnose Krebs. Davon betrafen ca. 258.500 Fälle Männer und 233.600 Fälle Frauen. In etwa der Hälfte der neu diagnostizierten Krebserkrankungen handelte es sich um Brustkrebs, Prostatakrebs, Dickdarmkrebs und Lungenkrebs. Wird berücksichtigt, dass der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung zugenommen hat und das allgemeine Risiko für Krebs mit dem Alter steigt, bedeutet dies einen Rückgang der Erkrankungsraten in den letzten zehn Jahren bei Männern um zwölf Prozent, bei Frauen um ein Prozent. Besonders stark rückläufig ist die Zahl der Erkrankungen an Magenkrebs und an Darmkrebs – bei beiden Krebsarten ging die Neuerkrankungsrate in den letzten zehn Jahren um jeweils mehr als 20 Prozent zurück. 

Dass der Rückgang von Krebserkrankungen bei Frauen deutlich geringer ausfällt als bei Männern ist nach Angaben des RKI vor allem darauf zurückzuführen, dass bei ihnen die Zahl an Lungenkrebs und anderen durch das Zigarettenrauchen geförderten Krebserkrankungen seit Ende der 1990er Jahre steigt. Tabakkonsum ist unter den krebsfördernden Lebensstilfaktoren die bislang unangefochtene Nummer 1: Rund 19 Prozent aller Krebserkrankungen in Deutschland gehen auf das Rauchen zurück. Eine zunehmende Rolle spielen darüber hinaus Übergewicht und Bewegungsmangel, insbesondere das metabolische Syndrom, das sich durch Übergewicht, Bluthochdruck, hohe Blutfett- und Blutzuckerwerte auszeichnet. Insgesamt wird geschätzt, das mindestens 37 Prozent aller Neuerkrankungen an Krebs in Deutschland auf vermeidbare bzw. beeinflussbare Risikofaktoren zurückgehen. Weitere Beispiele hierfür sind übermäßige Sonnenstrahlung als Risikofaktor für Hautkrebs oder Radon als Risikofaktor für Lungenkrebs.

Chronische Infektionen werden für ca. vier Prozent der Krebsneuerkrankungen hierzulande verantwortlich gemacht. Eine wirksame Präventionsmöglichkeit dafür sind Impfungen wie die Impfung gegen Hepatitis B als Schutz vor Leberkrebs und die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) als Schutz vor Gebärmutterhalskrebs, Krebs des Penis, Anus, der Vulva, Vagina und Mundrachenraums. Genetische Ursachen spielen bei einzelnen Krebsarten eine Rolle.

Die Überlebensaussichten (fünf Jahre nach der Diagnose) sind bei den verschiedenen Krebsarten sehr unterschiedlich und reichen von weniger als 20 Prozent bei Lungenkrebs, Leberkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs bis zu mehr als 90 Prozent bei malignem Melanom, Hodenkrebs und Prostatakrebs. Die mit Abstand häufigste Krebsart ist heller (nicht-melanozytärer) Hautkrebs, zu dem das Plattenepithelkarzinom und das Basalzellkarzinom (Basaliom) zählen. Da sich diese Tumorarten jedoch nur selten mit Metastasen in den Körper ausbreiten, können sie meist gut behandelt werden, und vergleichsweise wenige Erkrankte sterben daran.

 

Quelle:

Krebs in Deutschland für 2015/2016. 12. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Berlin, 2019

 

(KvK) 

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Themen:

Zurück

Aktualisiert am: 28.01.2020 12:58