Neue Kombinationstherapie für ältere Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie

Nachricht vom 14.06.2023

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Eine neue Kombination erweist sich der bisherigen Standard-Chemoimmuntherapie als überlegen.

Bei älteren Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie ist eine Chemoimmuntherapie mit einem Alkylanz und einem Anti-CD20-Antikörper in bestimmten Fällen eine Standardtherapie, vor allem, wenn noch weitere Begleiterkrankungen vorliegen. Doch sie ist nur bedingt wirksam. Eine gute Alternative könnte womöglich eine Kombination mit einem Tyrosinkinasehemmer und einem Bcl-2-Hemmer sein, wie aus einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology hervorgeht.

An der Phase III-Studie GLOW nahmen Patienten ab 65 Jahren mit neu diagnostizierter CLL teil. Viele von ihnen litten aufgrund ihres Alters an Begleiterkrankungen. Die Teilnehmer erhielten entweder die Standardbehandlung mit Chemoimmuntherapie oder eine Kombination aus Tyrosinkinasehemmer und Bcl-2-Hemmer.

Unter der neuen Kombinationstherapie war häufiger als unter der Standardtherapie keine minimale Restkrankheit im Blut und Knochenmark mehr nachweisbar. Die minimale Restkrankheit gilt allgemein als ein Indikator dafür, wie lange die Wirksamkeit einer Therapie anhalten wird. Bei einem deutlich größeren Teil der Patienten in der Tyrosinkinasehemmer-Bcl-2-Hemmergruppe war auch ein Jahr nach der Therapie noch keine minimale Restkrankheit nachweisbar. Doch auch unabhängig davon, ob minimale Restkrankheit noch vorhanden war oder nicht, erreichte die neue Kombinationstherapie eine größere Wirksamkeit als die Standardtherapie: Das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, war deutlich besser.

Selbst wenn bei älteren Patienten mit CLL nach der Behandlung noch minimale Restkrankheit nachweisbar war, konnte die Krankheit bei ihnen durch die neue Kombination mit Tyrosinkinasehemmer und Bcl-2-Hemmer länger aufgehalten werden als durch die bisherige Standardtherapie. Dies, so die Studienautoren, eröffne für die Behandlung von älteren CLL-Patienten mit Begleiterkrankungen in der Ersttherapie neue Optionen.

 

Quelle:

Munir T et al Impact of Minimal Residual Disease on Progression-Free Survival Outcomes After Fixed-Duration Ibrutinib-Venetoclax Versus Chlorambucil-Obinutuzumab in the GLOW Study. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 6. Juni 2023, DOI: 10.1200/JCO.22.02283

 

(kvk)

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