Neue Kombinationstherapie bei chronischer lymphatischer Leukämie wirkt

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Patienten profitieren von einer Therapie mit einem Bcl2-Hemmer allein oder in Kombination mit einem Anti-CD20-Antikörper.

Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL), die nach der Behandlung wiederkehrt oder gar nicht erst darauf anspricht, können von einer Therapie mit einem Bcl2-Hemmer entweder allein oder in Kombination mit einem Anti-CD20-Antikörper profitieren. Vor rund einem Jahr wurde der Bcl2-Hemmer zugelassen, nun zogen Wissenschaftler in einer zusammenfassenden Analyse Bilanz und berichteten darüber in der Fachzeitschrift Target Oncology.

Der Wirkmechanismus des Bcl2-Hemmers ist neu. Bcl-2 ist ein Regulatoreiweiß, das von Krebszellen in verstärktem Maße gebildet wird und den programmierten Zelltod verhindert, wodurch sich die Krebszellen weiter vermehren können. Wenn das Eiweiß durch entsprechende Wirkstoffe gehemmt wird, greift der Mechanismus des programmierten Zelltods auch bei den Krebszellen wieder, sie sterben ab. Der neue Wirkstoff kann in Tablettenform eingenommen werden, seine Anwendung ist damit für viele Patienten gut handhabbar.

Und auch die Wirksamkeit des Bcl2-Hemmers erwies sich als gut. Sowohl einzeln als auch in Kombination mit einem Anti-CD20-Antikörper konnten stabile Ansprechraten erzielt werden, das Überleben, ohne dass die Krankheit voranschritt, verlängerte sich, es konnte im Blut und im Knochenmark häufiger fehlende minimale Restkrankheit erzielt werden als mit herkömmlichen Kombinationstherapien. Der Therapieerfolg hielt zudem über die gesamte Beobachtungszeit von drei Jahren an. Dabei profitierten auch Patienten mit bestimmten genetischen Veränderungen wie del(17p)- oder TP53-Mutationen und Patienten, bei denen andere Therapien wie etwa eine Chemotherapie versagten.

 

Quellen:

Scott LJ et al. Venetoclax: A Review in Relapsed/Refractory Chronic Lymphocytic Leukemia. Review Target Oncology 2019;14(5):493-504

Im Fokus Onkologie 2020, 23(3):13

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 27.11.2020 19:40