Neue Antikörpertherapie bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs

Nachricht vom 9.3.2022

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Wenn eine bestimmte Mutation in den Tumorgenen vorliegt, ist die Antikörpertherapie nach Versagen von Chemotherapie zugelassen.

Erwachsene Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, bei denen bestimmte Veränderungen (Mutationen) des sogenannten epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors (EGFR) im Tumorgewebe vorliegen, können künftig, wenn sie auf eine platinbasierte Chemotherapie nicht mehr ausreichend ansprechen, mit einem neuen Antikörper behandelt werden. Die Zulassung innerhalb der europäischen Union erfolgte auf Grundlage der Ergebnisse der CHRYSALIS-Studie.

Bei den Mutationen, die als Voraussetzung für den Einsatz des neuen Antikörpers vorhanden sein müssen, handelt es sich um aktivierende Exon-20-Insertionsmutationen (Exon20ins) des epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors. Sie sind deutlich seltener als Mutationen in Exon 19 und 21, bei denen die Patienten in der Regel gut auf eine Therapie mit Tyrosinkinasehemmern ansprechen. Bei Patienten mit Exon20ins hingegen funktioniert die Therapie mit Tyrosinkinasehemmern eher nicht, und die Prognose ist deutlich ungünstiger.

In der CHRYSALIS-Studie sprachen 40 Prozent der mit dem neuen Antikörper behandelten Patienten auf die Therapie an. Die Hälfte der Patienten überlebte die ersten beiden Jahre nach der Therapie. Für diese Patientengruppe, bei der außer der platinbasierten Chemotherapie in Kombination mit einer Immuntherapie bislang kaum weitere Therapieoptionen zur Verfügung standen, ist dies nach Aussage der Wissenschaftler ein gutes Ergebnis. Der neue Antikörper zielt sowohl auf den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor als auch auf den sogenannten mesenchymalen epithelialen Übergangsfaktor MET. Er darf künftig bei Patienten nach Versagen der platinhaltigen Chemotherapie eingesetzt werden.

 

Quelle:

Mitteilungen ÄrzteZeitung vom 19.12.2021 und 23.02.2022

 

(KvK)

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