Neoadjuvante Immuntherapie bei triple-negativem Brustkrebs

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Bei einer Kombination der Chemotherapie mit einer Immuntherapie vor der Operation sprechen die Tumoren besser an.

Bei sogenanntem triple-negativem, also dreifach negativem Brustkrebs, wenn keine Hormonempfindlichkeit und keine Bindungsstellen für den Wachstumsfaktor HER2 vorliegen, können zur Behandlung weder eine antihormonelle Therapie noch eine zielgerichtete HER2-Blockade wirkungsvoll eingesetzt werden. Doch ist eine Immuntherapie mit einem PD1-Blocker offenbar vielversprechend, wie die Ergebnisse einer Studie zur unterstützenden Therapie vor der Operation (neoadjuvante Therapie) in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine zeigen.

An der Studie nahmen Patientinnen mit zuvor unbehandeltem triple-negativem Brustkrebs im Stadium II oder III teil. In diesen Stadien hat sich der Tumor zwar lokal ausgebreitet, ist jedoch noch nicht in andere Organe vorgedrungen. Die Teilnehmerinnen unterzogen sich vor der Operation einer neoadjuvanten Chemotherapie plus PD1-Blockade oder Scheinmedikament (Placebo). Nach der Operation wurden die Patientinnen wieder mit der Immuntherapie oder Placebo behandelt (adjuvante Therapie).

Wie sich in der ersten Zwischenanalyse zeigte, sprachen in der Chemo-Immuntherapiegruppe mehr Patientinnen als in der Chemo-Placebotherapiegruppe an. Auch schritt die Krankheit seltener voran und traten seltener Rückfälle auf. Die Immuntherapie erwies sich als weitgehend gut verträglich.

Offenbar, so die Studienautoren, sprechen triple-negative Brusttumoren vor der Operation auf eine Kombination aus Chemo- und Immuntherapie besser an als auf eine Chemotherapie allein. 

 

Quelle:

Schmid P et al. Pembrolizumab for Early Triple-Negative Breast Cancer. N Engl J Med 2020; 382:810-21

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 23.10.2020 09:32