Neoadjuvante Chemotherapie bei lokal fortgeschrittenem Peniskrebs

Nachricht vom 01.03.2024

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Eine neoadjuvante Chemotherapie vor der Entfernung der Lymphknoten kann das Langzeitüberleben verbessern.

Es lohnt sich offenbar, bei lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom des Penis eine unterstützende neoadjuvante Chemotherapie durchzuführen. Das ergab eine Studie mit Daten von 209 Patienten, die in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht wurde.

Alle Teilnehmer der Studie waren an einem Plattenepithelkarzinom des Penis erkrankt, das sich bereits in die Lymphknoten ausgebreitet hatte. Deshalb wurde geplant, die Lymphknoten mit einer Operation zu entfernen. Zuvor erhielten die Patienten mindestens eine Dosis einer neoadjuvanten Chemotherapie. Sieben Prozent der Patienten hatten einen Tumor im Stadium II, knapp die Hälfte einen Tumor im Stadium III und die übrigen einen Tumor im Stadium IV. 

Bei fast allen Patienten konnten die Lymphknoten wie geplant entfernt werden. Die Krankheit begann bei der Hälfte der Patienten, erst frühestens nach 26 Monaten weiter voranzuschreiten. Zudem war die Hälfte der Patienten nach drei Jahren noch am Leben. 57% der Patienten hatten auf die neoadjuvante Chemotherapie angesprochen. Diese Patienten erreichten deutlich längere Überlebenszeiten als die Patienten, die nicht angesprochen hatten. Unerwünschte Nebenwirkungen traten mit Grad 2 bei 17% der Patienten auf, therapiebedingte Todesfälle gab es nicht.

Offenbar werde die neoadjuvante Chemotherapie vor der operativen Entfernung der Lymphknoten bei lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom des Penis gut vertragen, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. Sie könne die Tumorlast reduzieren und ein gutes Langzeitüberleben bewirken. 

 

Quelle:

Rose KM et al. Neoadjuvant Platinum-Based chemotherapy and lymphadenectomy for penile cancer: an international, Multi-Institutional, Real-World study. Journal of the National Cancer Institute, Onlinevorabveröffentlichung am 16. Januar 2024, https://doi.org/10.1093/jnci/djae034

 

(KvK)

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