Neoadjuvante Chemotherapie bei Brustkrebs

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Zwei Therapieregime mit ähnlicher Wirkung.

Wenn Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs vor der Operation eine unterstützende, sogenannte neoadjuvante Chemotherapie erhalten, kann diese nach zwei verschiedenen Schemata ablaufen: Zuerst eine Kombinationstherapie von Paclitaxel plus dem Anti-HER2/neu-Antikörper Trastuzumab gefolgt von Fluorouracil, Epirubicin und Cyclophosphamid plus wiederum Trastuzumab oder zuerst die Therapie mit Fluorouracil, Epirubicin und Cyclophosphamid gefolgt von Paclitaxel plus Trastuzumab. Beide Therapieregime erwiesen sich in einer Studie, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift JAMA Oncology berichtet wurden, als langfristig effizient.

An der Studie nahmen 280 Patientinnen ab 18 Jahren teil, die an HER2-positivem Brustkrebs erkrankt waren und sich vor der Operation einer neoadjuvanten Therapie unterzogen – die eine Hälfte mit dem einen und die andere Hälfte mit dem anderen Therapieregime. Nach rund fünf Jahren waren weder im krankheitsfreien Überleben noch im Gesamtüberleben signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen feststellbar.

Nach Ansicht der Studienautoren seien die beiden Therapieschemata somit langfristig gleichwertige Behandlungsoptionen.

Bei HER2/neu handelt es sich um eine Bindungsstelle (Rezeptor) für den epidermalen Wachstumsfaktor. In bis zu einem Fünftel aller Brustkrebsfälle ist das dazugehörige Gen verändert, sodass der HER2/neu-Rezeptor auf der Oberfläche der Krebszellen verstärkt gebildet wird. Dadurch kann der epidermale Wachstumsfaktor an den Zellen andocken und seine wachstumsfördernde Wirkung entfalten.

 

Quelle:

Buzdar A U et al. Disease-Free and Overall Survival Among Patients With Operable HER2-Positive Breast Cancer Treated With Sequential vs Concurrent Chemotherapy The ACOSOG Z1041 (Alliance) Randomized Clinical Trial. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 6. September 2018, doi:10.1001/jamaoncol.2018.3691

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 19.10.2018 15:04