Nebenwirkungen der Strahlentherapie – vorbeugen und behandeln

Nachricht vom 10.03.2023

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Supportivtherapien zur Vorbeugung und Linderung von Nebenwirkungen sind bei Strahlentherapie unerlässlich.

Die Strahlentherapie ist noch immer eine der Hauptsäulen bei der Behandlung von Krebspatienten. Ob und wie sie eingesetzt werden kann, hängt vom jeweiligen Tumortyp und seinem Stadium ab. Sie kann heilen, Rückfällen und einer Ausbreitung vorbeugen oder Symptome lindern. Und sie kann Nebenwirkungen verursachen, die es so frühzeitig wie möglich zu bekämpfen gilt. Eine unterstützende Supportivtherapie ist deshalb als Begleitung der Strahlentherapie unerlässlich, wie in einem Artikel in der Fachzeitschrift Forum zusammengefasst wird.

Eine der häufigsten unerwünschten Begleiteffekte der Strahlentherapie ist die Radiodermatitis, also Hautentzündung. Sie tritt besonders häufig bei Strahlentherapie im Brust-, Kopf-, Hals- und Genitalbereich auf und äußert sich durch Rötung, Brennen, Juckreiz und Trockenheit der Haut. Um der Radiodermatitis vorzubeugen, wird empfohlen, die Haut im Bestrahlungsbereich während der Strahlentherapie und ca. zwei bis vier Wochen danach vor zusätzlichen Irritationen wie heißem Wasser, anderweitiger Hitzeeinwirkung und Sonnenstrahlung zu schützen. Angeraten wird zudem die Anwendung einer Basiscreme oder Lipolotion unter Zusatz von Harnstoff (2–5%) ohne Substanzen, die Allergien auslösen können (z.B. Duftstoffe). Kurzzeitig können vorbeugend oder bei leichten ersten Symptomen topische Glukokortikoide auf die Haut aufgetragen werden.

Bei einer Bestrahlung von Tumoren im Kopf-Halsbereich kommt es nicht selten zu einer Entzündung der Mundschleimhaut. Sorgfältige Mundhygiene mit regelmäßigen Mundspülungen (mit Kochsalzlösung oder Salbeitee) und Zahnreinigung mit weicher Bürste ist hier besonders wichtig. Ebenso wird empfohlen, zusätzlich reizende Substanzen wie Nikotin, Alkohol sowie scharfe, heiße, sehr kalte oder saure Getränke und Speisen während der Strahlentherapie zu meiden. Ist eine Mundschleimhautentzündung bereits eingetreten, können schmerzlindernde Spüllösungen angewendet werden, im Bedarfsfall auch Wirkstoffe gegen Pilzinfektionen.

In manchen Fällen wird durch Strahlentherapie Übelkeit und Erbrechen ausgelöst. Hier finden antiemetische Therapieschemata Anwendung. Wenn es zu Durchfall kommt, können Wirkstoffe zur Linderung eingesetzt werden. Eine gute Ernährungsberatung, die die jeweilig auftretenden Probleme in den Blick nimmt, ist wichtig, auch um ungewolltem Gewichtsverlust und Mangelernährung vorzubeugen.

 

Quelle:

Feyer P et al. Supportive Maßnahmen in der Radioonkologie. Forum 2022, 37:458-64

 

(KvK)

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