Nebenwirkungen an der Haut bei Immuntherapie

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Die Immuntherapie mit PD-1-Blockern  bei Krebserkrankungen kann Nebenwirkungen an der Haut hervorrufen. In den meisten Fällen sind diese nur leicht ausgeprägt.

Immuntherapien mit sogenannten PD-1-Checkpoint-Blockern können, weil sie das körpereigene Immunsystem beeinflussen, Nebenwirkungen an der Haut hervorrufen. In einer Studie untersuchten Wissenschaftler, welcher Art diese Nebenwirkungen sind, wobei sie die Wirkstoffe Pembrolizumab und Nivolumab in den Mittelpunkt ihrer Untersuchung stellten. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie kürzlich in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer.

Immuncheckpoint-Blocker sorgen dafür, dass die körpereigene Immunantwort gegen Krebszellen in Gang gesetzt bzw. verstärkt wird. Bei manchen Krebsarten wie schwarzem Hautkrebs oder nicht-kleinzelligem Lungenkrebs lassen sich damit erhebliche Fortschritte erzielen. Doch nebenwirkungsfrei sind die Therapien nicht zu haben. 

Die Forscher führten eine systematische Suche nach publizierten Studien durch. Am häufigsten fanden sich in den Studien Hautausschlag (Rash), Juckreiz und Vitiligo („Weißfleckenkrankheit“): Rash beispielsweise trat bei rund 17 Prozent der mit Pembrolizumab behandelten Patienten und 14 Prozent der mit Nivolumab behandelten Patienten auf, Juckreiz bei 20 Prozent und 13 Prozent. Vitiligo betraf sieben bis acht Prozent – allerdings wurde über diese Nebenwirkung nur in Studien berichtet, in denen Patienten mit schwarzem Hautkrebs (malignem Melanom) mit den PD-1-Blockern behandelt worden waren. Insgesamt war das relative Risiko für Nebenwirkungen an der Haut bei den mit Pembrolizumab behandelten Patienten um den Faktor drei, bei den mit Nivolumab Behandelten um den Faktor 2,3 erhöht.

Die bei der Therapie mit den PD-1-Blockern Pembrolizumab und Nivolumab auftretenden Nebenwirkungen gleichen jenen, die für die Immuntherapie mit dem CTLA-4-Blocker Ipilimumab bekannt sind, so die Studienautoren in ihrer abschließenden Bewertung. In den meisten Fällen handele es sich um gering bis mäßig ausgeprägten Rash, Juckreiz und Vitiligo. Wenn diese möglichen Nebenwirkungen bekannt sind, könnten rechtzeitig mit Maßnahmen zur optimalen Hautpflege begonnen werden.

 

Quelle:

Belum, V. R. et al.: Characterisation and management of dermatologic adverse events to agents targeting the PD-1 receptor. European Journal of Cancer 2016, 60:12-25

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 22.05.2017 21:12