Nebenwirkungen an der Haut bei Immuntherapie gegen malignes Melanom: Ein gutes Zeichen

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Wenn es bei einer Immuntherapie mit Checkpointblockern bei fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs zu Nebenwirkungen an der Haut kommt, sind die Überlebensaussichten besser.

Die neuartigen Immuntherapien mit sogenannten Checkpointblockern, die das Immunsystem zur besseren Abwehr der Krebszellen anregen und bei malignem Melanom, also schwarzem Hautkrebs, sehr wirkungsvoll sein können, verursachen auch Nebenwirkungen. Im häufigsten Fall handelt es sich dabei um Nebenwirkungen an der Haut. Möglicherweise können solche Hautreaktionen sogar „positiv“ bewertet werden, weil sie ein Zeichen dafür sind, dass die Therapie anschlägt. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology.

Die Forscher testeten die Wirkung der Immuntherapie mit einem PD-1-Blocker nicht in einer klinischen Studie, sondern unter realen Praxisbedingungen. Teilnehmer waren 189 Patienten mit fortgeschrittenem malignem Melanom, das sich schon mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet hatte. Sie erhielten eine Immuntherapie mit einem PD-1-Blocker.

Ein Fünftel der Patienten erlitt Nebenwirkungen an der Haut. Am häufigsten traten dabei Hautausschlag (ekzemartig oder mit Papeln), Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) und Juckreiz auf. Schwerwiegend, also Grad 3 oder 4, waren die Nebenwirkungen an der Haut bei rund zweieinhalb Prozent der Patienten. 

Das Auftreten von Nebenwirkungen an der Haut war mit anderen Nebenwirkungen assoziiert, etwa Schilddrüsenentzündung oder Störungen der Nierenfunktion. Gleichzeitig gab es einen positiven Zusammenhang zur Prognose: Bei Patienten, bei denen Nebenwirkungen an der Haut auftraten, war das Gesamtüberleben signifikant besser.

Offenbar, so die Schlussfolgerung der Studienautoren, sind Nebenwirkungen an der Haut eine häufige Folge der Immuncheckpointblockade bei metastasiertem malignem Melanom unter Alltagsbedingungen. Sie zeigen womöglich an, dass die Therapie anschlägt, und sind somit ein Indikator für eine bessere Prognose. 

 

Quelle:

Bottlaender L et al. Cutaneous adverse events: a predictor of tumour response under anti‐PD ‐1 therapy for metastatic melanoma, a cohort analysis of 189 patients. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, Onlinevorabveröffentlichung am 20. Februar 2020, https://doi.org/10.1111/jdv.16311

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 23.10.2020 21:49