Nasenhöhlenkrebs: Welche Rolle spielt HPV?

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In einer Studie findet sich häufig ein Zusammenhang von HPV und Nasen- bzw. Nasennebenhöhlenkrebs. Die Prognose ist dann offenbar besser.

Humane Papillomviren (HPV) fördern die Entstehung bösartiger Tumoren im Anogenitalbereich (z.B. Gebärmutterhals, Vulva, Penis, Anus) und im Mundrachenraum (z.B. Mundhöhle, Mundrachen). Nun bestätigte eine Studie, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift Cancer veröffentlicht wurden, dass auch bösartige Tumoren der Nasen- und Nasennebenhöhlen auf Infektionen mit den krebserregenden Viren zurückgehen können.

Die US-amerikanischen Forscher werteten Erkrankungsfälle von Plattenepithelkarzinomen der Nasen- und Nasennebenhöhlen aus den Jahren 2010 bis 2016 aus. Sie identifizierten 6.458 Patienten mit einer solchen Erkrankung, von denen nur knapp ein Viertel auf das Vorliegen von HPV getestet worden war. Bei knapp einem Drittel der Getesteten lag tatsächlich eine solche Infektion vor (HPV-positiver Befund).

Die Patienten mit HPV-positivem Nasen- oder Nasennebenhöhlentumor waren im Durchschnitt jünger als Patienten ohne HPV-Befund. Ihre Tumoren wiesen häufiger einen hohen Tumorgrad auf und betrafen häufiger die Nasenhöhle. Gleichzeitig hatten Patienten mit HPV-positivem Tumor eine bessere Prognose, ihr Gesamtüberleben war - unter Berücksichtigung verschiedener potenzieller Einflussfaktoren wie Alter und Therapien - länger.

Offenbar, so die Schlussfolgerung der Studienautoren, werde derzeit nur eine Minderheit der Patienten mit Nasen- oder Nasennebenhöhlenkrebs auf das Vorliegen einer Infektion mit HPV getestet, obwohl dies die Erkrankung befördere. Jedoch habe die Infektion einen Einfluss auf die Prognose. 

 

Quelle:

Oliver JR et al. Human papillomavirus and survival of patients with sinonasal squamous cell carcinoma. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 30. Dezember 2019, https://doi.org/10.1002/cncr.32679

 

(KvK) 

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Zuletzt aufgerufen am: 23.10.2020 21:49