Nachweis von Virus-DNA bei Kopf-Hals-Tumoren

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Wird nach der ersten Therapie bei Mundrachen- und Mundhöhlenkrebs noch DNA von tumorassoziierten HP-Viren im Speichel gefunden, besteht ein erhöhtes Risiko für einen Krankheitsrückfall.

Ist die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall erhöht, wenn nach einer ersten Therapie bei Mundhöhlen- oder Mundrachenkrebs noch immer DNA von humanen Papillomviren (HPV) im Speichel nachweisbar ist? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer Studie nach und veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

Untersucht wurden 396 Patienten im Alter von 19 bis 96 Jahren, bei denen Mundhöhlenkrebs oder Mundrachenkrebs diagnostiziert worden war. Speichelproben wurden bei der Erstdiagnose und nach der ersten Therapie genommen. Auch während einer Strahlentherapie wurden wöchentlich Speichelproben entnommen und auf die Anwesenheit von DNA, also Erbgut, von insgesamt 37 HPV-Typen untersucht. 

Tatsächlich fand sich bei den Patienten, bei denen auch im Tumorgewebe HPV nachweisbar gewesen war, häufiger HPV-DNA im Speichel. Während der Therapie ging die Viruslast im Speichel hinsichtlich der mit dem Tumor verknüpften HPV-Typen schrittweise zurück. Die Viruslast der anderen, nicht mit dem Tumor verbundenen HPV-Typen hingegen blieb beständig. Bei Rauchern fiel zudem der Rückgang der Viruslast geringer aus. 

Wenn nach Abschluss der Therapie noch immer DNA derselben HPV-Virustypen nachweisbar war, die auch im Tumorgewebe zu finden waren, bestand ein erhöhtes Risiko für einen Krankheitsrückfall. Und auch die Überlebensaussichten waren schlechter als bei Patienten, bei denen die Viruslast im Speichel geschwunden war. Ob nicht-Tumor-assoziierte HPV-DNA aus dem Speichel verschwand oder nicht, spielte hingegen für die Prognose keine Rolle.

Womöglich könne sich Tumor-assoziierte HPV-DNA als ein Biomarker für das Ansprechen der Therapie und das Risiko für einen Rückfall eignen, so die Interpretation der Studienautoren.

 

Quelle:

Fakhry C et al. Association of Oral Human Papillomavirus DNA Persistence With Cancer Progression After Primary Treatment for Oral Cavity and Oropharyngeal Squamous Cell Carcinoma. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 2. Mai 2019, doi:10.1001/jamaoncol.2019.0439

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Kopf-Hals-Tumoren:

Zurück

Aktualisiert am: 16.06.2019 17:52