Nachsorge bei Mundrachenkrebs

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Bei Oropharynxkarzinomen, die auf eine Infektion mit krebserregenden humanen Papillomviren zurückzuführen sind, ist das Risiko für einen Rückfall nach der Therapie gering

Bei bösartigen Tumoren im Mundrachen, sogenannten Oropharynxkarzinomen, die sich zum Zeitpunkt der Diagnose noch nicht in andere Organe ausgebreitet haben, besteht – sofern ihre Entstehung mit humanen Papillomviren (HPV) in Verbindung steht – nach der Therapie ein relativ geringes Risiko für einen Rückfall. Verstärkte Aufmerksamkeit ist allerdings im ersten halben Jahr nach der Therapie geboten. Dies lassen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Cancer vermuten.

232 Patienten nahmen an der Studie teil - alle waren an einem HPV-bedingten Oropharynxkarzinom erkrankt, das noch keine Metastasen gebildet hatte. Sie wurden mit Strahlentherapie behandelt, die Mehrheit erhielt zudem eine systemische, also im ganzen Körper wirkende Therapie. Die Nachsorgeuntersuchungen erfolgten im ersten Jahr alle drei Monate, im zweiten Jahr alle vier Monate sowie im dritten bis fünften Jahr alle sechs Monate. 70 Prozent der Patienten hatten aufgrund der Tumoreigenschaften ein geringes Risiko für einen Rückfall, 30 Prozent ein mittleres.

Nach drei Jahre waren noch neun von zehn Patienten am Leben. Rückfälle und Nebenwirkungen der Therapie waren vor allem innerhalb des ersten halben Jahres aufgetreten. Nur in wenigen Fällen kam es noch danach zu einem Rückfall oder späten Therapiefolgen – nach zwei Jahren beispielsweise nur noch bei vier Patienten.

Während der ersten sechs Monate sei bei Patienten mit nicht-metastasiertem HPV-bedingtem Oropharynxkarzinom eine Nachsorge alle drei Monate sinnvoll, so die Interpretation der Studienautoren. Anschließend könnten die Untersuchungsintervalle womöglich auf sechs Monate während der ersten beiden Jahre und einmal pro Jahr danach beschränkt werden, ohne dass negative Konsequenzen zu befürchten seien.

 

Quelle:

Frakes, J. M. et al.: Determining optimal follow-up in the management of human papillomavirus-positive oropharyngeal cancer. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 13. November 2015, DOI: 10.1002/cncr.29782

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 29.06.2017 16:55