Nach Stammzelltransplantation die Atemmuskeln trainieren

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Ein spezielles Muskeltraining kann Atembeschwerden infolge von Muskelschwäche nach der Stammzelltransplantation offenbar wirkungsvoll verhindern.

Muskelschwäche ist ein häufiges Phänomen nach einer Stammzelltransplantation etwa wegen einer Leukämie oder eines Lymphoms. Auch die Atemmuskulatur ist davon betroffen. Ein spezielles Muskeltraining kann wirkungsvoll dagegen ankämpfen, wie Wissenschaftler aus Brasilien in der Fachzeitschrift Supportive Care in Cancer berichteten.

An der randomisierten kontrollierten Studie nahmen 31 Patienten teil, die sich einer Transplantation von blutbildenden Stammzellen unterziehen mussten. Sie erhielten anschließend entweder die herkömmliche physische Rehabilitation oder ein spezifisches Training für die Atemmuskulatur. Bei diesem Atemtraining fanden fünf Sitzungen pro Woche über jeweils 10-20 min statt.

Infolge des Atemtrainings verbesserte sich der maximale mögliche Einatemdruck der Patienten, was eine erhöhte Muskelstärke beim Atmen anzeigt. Die Patienten benötigten seltener als die Kontrollgruppe zusätzlichen Sauerstoff, litten seltener unter Kurzatmigkeit, erlitten seltener akute Lungenödeme und seltener Blutungen. Darüber hinaus erwies sich das Muskeltraining auch bei insgesamt stark geschwächten Patienten nach der Stammzelltransplantation als sicher und gut durchführbar. 

Die Studienautoren hoffen, dass mit einer Verbesserung der Atemmuskelstärke auch der Entwicklung von Herzkreislauferkrankungen vorgebeugt werden kann, die bei Patienten nach Stammzelltransplantation ein bekanntes Problem darstellen.

 

Quelle:

Barbosa de Almeida L et al. Safety and feasibility of inspiratory muscle training for hospitalized patients undergoing hematopoietic stem cell transplantation: a randomized controlled study. A Phase 3 Randomized Clinical Trial. Support Care Cancer 2020;28(8):3627-35

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 05.03.2021 16:13