Nach Stammzelltransplantation auf die Knochen achten

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Nach einer Stammzelltransplantation wegen Krebs kann es zum Knochenschwund kommen, sodass die Gefahr für Wirbel- und Knochenbrüche steigt

Eine Stammzelltransplantation kann bei einer akuten oder chronischen Leukämie oder einem multiplen Myelom zur Heilung führen. Auch bei Organtumoren wie Brustkrebs oder Eierstockkrebs ist die Stammzelltransplantation eine mögliche Therapieform. Da die Zahl der Langzeitüberlebenden wächst, lassen sich auch mögliche Spätfolgen dieser Behandlung feststellen. In einer Studie untersuchten Wissenschaftler das Risiko für Osteoporose und Wirbel- bzw. Knochenbrüche (Frakturen). Sie berichteten darüber in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

Die Forscher analysierten rückblickend die Daten von mehr als 7.600 Patienten, die sich zwischen 1997 und 2011 einer Stammzelltransplantation unterzogen hatten. Alle waren zum Zeitpunkt des Eingriffs älter als 18 Jahre. Acht von 100 Patienten erlitten im Verlauf der folgenden Jahre nach der Stammzelltransplantation einen Wirbel- oder Knochenbruch. Bei den 45- bis 64-Jährigen war das Risiko für einen Wirbel- oder Knochenbruch gegenüber der US-amerikanischen Allgemeinbevölkerung bei Frauen achtfach und bei Männern sieben- bis neunfach erhöht. Auch die zugrundeliegende Erkrankung und der Typ der Stammzelltransplantation spielten eine Rolle. Am häufigsten traten Knochenbrüche bei Patienten mit multiplem Myelom auf, gefolgt von anderen Blutkrebserkrankungen. Patienten mit einer autologen Stammzelltransplantation, bei der gereinigte körpereigene Stammzellen verwendet werden, waren gefährdeter als Patienten, die die Stammzellen durch eine allogene Transplantation von einem Spender erhalten hatten.

Nach Ansicht der Studienautoren müsse das deutlich erhöhte Frakturrisiko nach einer Stammzelltransplantation in der Nachsorge der Patienten bedacht werden. Messungen der Knochendichte seien zu empfehlen, um einen etwaigen Knochenschwund rechtzeitig zu bemerken und behandeln zu können.

 

Quelle:

Pundole, X. N.: Increased Incidence of Fractures in Recipients of Hematopoietic Stem-Cell Transplantation. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 16. März 2015, JCO.2014.57.8195

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.07.2017 17:23