Nach Stammzelltransplantation: Auf die Haut achten

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Nach einer Stammzelltransplantation besteht ein erhöhtes Risiko für hellen und schwarzen Hautkrebs. Besondere Achtsamkeit im Umgang mit Sonnenlicht ist gefragt

Mithilfe der Stammzelltransplantation, bei der gesunde blutbildende Zellen übertragen werden, können Patienten mit Leukämie, einem Non-Hodgkin-Lymphom oder einem multiplen Myelom heute in vielen Fällen geheilt werden. Nach dem Eingriff allerdings sind die Betroffenen anfälliger für verschiedene Arten von Hautkrebs. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology.

Die Forscher werteten zusammenfassend mehrere Studien aus, in denen sich Patienten einer Stammzelltransplantation unterzogen hatten und später an Hautkrebs erkrankten. Die statistische Analyse ergab ein erhöhtes Risiko nach Stammzelltransplantation für Plattenepithelkarzinom und Basalzellkarzinom, die beide zum hellen Hautkrebs zählen, sowie für das maligne Melanom, den schwarzen Hautkrebs. Dabei spielten verschiedene Faktoren zusätzlich eine Rolle, etwa die Grunderkrankung, Abstoßungen des neuen Knochenmarks, die Art der Immunsuppression zur Vorbeugung von Abstoßungsreaktionen, Strahlentherapie, aber auch der Hauttyp der Betroffenen und damit ihre Anfälligkeit gegenüber dem Sonnenlicht.

Nach Ansicht der Studienautoren sollten Personen, die sich einer Stammzelltransplantation unterziehen müssen, über ihr später erhöhtes Risiko für Hautkrebs aufgeklärt werden. Regelmäßige Selbstkontrollen der Haut, Vorsorgeuntersuchungen beim Hautarzt und sorgfältiger UV-Schutz seien zu empfehlen.

 

Quelle:

DePry, J. L. et al.: Cutaneous Malignant Neoplasms in Hematopoietic Cell Transplant Recipients. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 22. April 2015, doi:10.1001/jamadermatol.2015.121

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Mehr zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 28.07.2017 16:25