Nach Schilddrüsenkrebs

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Es besteht ein erhöhtes Risiko für eine zweite Krebserkrankung.

In frühen Krankheitsstadien sind die Überlebensaussichten bei gut differenziertem, sogenanntem follikulärem und papillärem Schilddrüsenkrebs gut. Allerdings haben die Betroffenen ein erhöhtes Risiko, später erneut an Krebs zu erkranken. Das geht aus einem Bericht in der Fachzeitschrift Acta Oncologica hervor.

Follikulärer und papillärer Schilddrüsenkrebs machen mehr als 90 Prozent aller Fälle von Schilddrüsenkrebs aus. Zudem nimmt die Häufigkeit von Schilddrüsenkrebs generell zu – in den USA ist sie sogar die am stärksten zunehmende Krebserkrankung überhaupt. Die Bedeutung eines Risikos für erneute Krebserkrankungen bei den Patienten ist deshalb nicht zu unterschätzen. Die Forscher stützten sich in ihrer aktuellen Analyse auf Registerdaten von 2004 bis 2010. 12.603 Patienten ab dem 18. Lebensjahr wurden in diesem Zeitraum registriert, bei denen follikulärer oder papillärer Schilddrüsenkrebs im Stadium I diagnostiziert worden war. 

Das Risiko für eine zweite Krebserkrankung steigt an

Die Beobachtungszeit für die Analyse dauerte bei der Hälfte der Patienten rund 13 Jahre und länger. Jeder zehnte Patient erkrankte in diesem Zeitraum erneut an Krebs – dies bedeutete ein erhöhtes Risiko für eine zweite Krebserkrankung von mehr als 16 Fällen pro 10.000 Patienten. Die Hälfte der Betroffenen war bei der Diagnose der zweiten Krebserkrankung 66 Jahre alt, zudem hatte es bei der Hälfte der Betroffenen 86 Monate und länger gedauert, bis die zweite Krebserkrankung auftauchte.

Verschiedene Krebsarten können vorkommen

Erhöht war vor allem das Risiko für Speicheldrüsenkrebs, schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom), Eierstockkrebs und Harnwegskrebs. Für die meisten Krebsarten begann das erhöhte Risiko erst zwei Jahre nach der Schilddrüsenkrebsdiagnose und später, lediglich das Risiko für Darmkrebs war schon in den ersten beiden Jahren erhöht. Jüngere Patienten unter 60 Jahren erkrankten zudem häufiger an Leberkrebs und Krebs des blutbildenden Systems (Leukämien, Lymphome), bei älteren Patienten kamen vor allem Prostatakrebs, Harnblasenkrebs und Knochenkrebs vor.

Manchen Krebsarten kann vorgebeugt werden

Es sei sinnvoll, das erhöhte Risiko für eine zweite Krebserkrankung nach überstandenem Schilddrüsenkrebs zu kennen, so die Studienautoren. Zumindest bei einigen Krebsarten wie schwarzem Hautkrebs, Darmkrebs oder Harnblasenkrebs gibt es Möglichkeiten der Vorbeugung oder Früherkennung.

 

Quelle:

Uprety, D. et al.: The risk of secondary primary malignancy in early stage differentiated thyroid cancer: a US population-based study. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 31. August 2016, http://dx.doi.org/10.1080/0284186X.2016.1196829

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 18.08.2017 15:05