Nach Leukämie: Die Arbeit nicht lange rufen lassen

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Nach einer überstandenen Leukämie oder einem Myelom schnell wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren zu können, ist nicht selbstverständlich. Chronische Erschöpfung und Angstzustände können die Betroffenen daran hindern.

Sind die ersten Therapien nach einer Krebserkrankung des blutbildenden Systems wie Leukämie, multiplem Myelom oder Lymphom überstanden, möchten viele Betroffene in die Arbeitswelt zurückkehren. Doch nicht allen gelingt dies rasch wieder. Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Psycho-Oncology berichteten, sind nicht selten ein chronisches Erschöpfungssyndrom, Fatigue genannt, und Angstzustände dafür verantwortlich.

Die Forscher untersuchten, wie schnell Patienten nach der Diagnose einer Blutkrebserkrankung an ihren alten oder einen neuen Arbeitsplatz zurückkehren konnten. Dabei hielten sie zu Beginn der Untersuchung fest, ob die Teilnehmer an Fatigue, Depression oder Angstzuständen litten, die im zeitlichen Zusammenhang mit der Krankheit aufgetreten waren.

Anfangs waren 106 Patienten krankgeschrieben, 90 arbeiteten. Im Laufe eines Jahres konnte die Hälfte der krankgeschriebenen Patienten in die Arbeitswelt zurückkehren. Elf Prozent der krankgeschriebenen Patienten blieben dauerhaft arbeitsunfähig. Die länger krankgeschriebenen Patienten litten häufiger unter Fatigue oder Angstzuständen. Einen Zusammenhang zwischen Depressionen und längerer Krankschreibung konnten die Forscher nicht beobachten.

Es gelte, so die Empfehlung der Studienautoren, dies noch gründlicher zu erforschen. Würden die Gründe dafür, dass Patienten mit Blutkrebserkrankungen nicht wieder in die Arbeitswelt zurückkehren können, bekannt, könnten wirksame Hilfsangebote entwickelt werden. 

 

Quelle:

Horsboel, T. A. H. et al.: Are fatigue, depression and anxiety associated with labour market participation among patients diagnosed with haematological malignancies? A prospective study. Psycho-Oncology 2015, 24(4):408-415

(kvk)

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Aktualisiert am: 27.09.2016 09:58