Nach Lebertransplantation bei Leberkrebs

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Auch die genetischen Eigenschaften der Spenderleber beeinflussen offenbar das Rückfallrisiko

Patienten mit Leberzellkrebs haben gute Heilungschancen, wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann und sie eine Spenderleber erhalten. Doch in manchen Fällen kommt es nach der Transplantation zu einem Rückfall, was die Überlebensaussichten deutlich verschlechtert. Dabei spielen offenbar auch bestimmte genetische Merkmale der Spenderleber eine Rolle, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift International Journal of Cancer berichten.

Die Forscher untersuchten den sogenannten Single Nucleotide Polymorphismus, kurz SNP, sowohl von Patienten mit Leberzellkrebs, die ein Spenderorgan erhielten, als auch von den Spendern dieses Organs. Unter Single Nucleotide Polymorphismus werden verschiedene Variationen einzelner Basenpaare innerhalb eines DNA-Strangs, also des menschlichen Erbguts, verstanden. Als Studienteilnehmer standen 155 erwachsene Patienten zur Verfügung, die sich wegen Leberzellkrebs einer Lebertransplantation unterziehen mussten. 

Patienten, deren Spenderleber die sogenannte rs11614913 homozygote CC-Variante aufwies, hatten ein signifikant erhöhtes Risiko für einen Rückfall und ein geringeres tumorfreies Überleben als jene, die eine Leber mit einem sogenannten TT-Wildtyp erhielten. Die rs11614913-Variante der Spenderleber erwies sich als ein unabhängiger Risikofaktor für einen Rückfall; sie ist mit einer höheren Ausprägung von miR-196a verbunden und wird deshalb als „miR-196a-2 rs11614913 (C → T) Polymorphismus“ bezeichnet. Werden Mäuse künstlich damit ausgestattet, bekommen sie im Durchschnitt größere Lebertumoren als andere Mäuse.

Offenbar, so die Interpretation der Studienautoren, werde durch eine bestimmte genetische Konstellation in der Leber des Spenders ein Milieu geschaffen, das einen Rückfall begünstigt. Dies sei bei der Bestimmung der Prognose für eine Lebertransplantation wegen Leberkrebs zu berücksichtigen.

 

Quelle:

Xu, X. et al.: Donor miR-196a-2 polymorphism is associated with hepatocellular carcinoma recurrence after liver transplantation in a Han Chinese population. International Journal of Cancer 2016, 138(3):620-629

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 24.07.2017 21:10