Nach Hodgkin-Lymphom: Auf die Herzklappen achten

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Muss bei Morbus Hodgkin der Brustraum bestrahlt werden, besteht ein – heute nur noch leicht - erhöhtes Risiko für Herzklappenerkrankungen

Das Hodgkin-Lymphom (Morbus Hodgkin), das oft schon in jungen Lebensjahren auftritt, ist eine gut heilbare Erkrankung mit Zehn-Jahresüberlebensraten von mehr als 80 Prozent. Allerdings fordert die notwendige aggressive Therapie auch ihren Preis. So haben Überlebende eines Hodgkin-Lymphoms, wenn sie in der Herzgegend bestrahlt werden, anschließend ein erhöhtes Risiko für Herzklappenerkrankungen. Einer neuen Studie in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute zufolge lässt sich dieses Risiko jedoch dank effizienterer Bestrahlungstechniken heutzutage gut begrenzen.

In der Studie wurden die Daten von Patienten ausgewertet, bei denen zwischen dem 15. und 41. Lebensjahr ein Hodgkin-Lymphom diagnostiziert worden war. Aus diesen Patienten bildeten die Forscher eine Fallgruppe mit Personen, die nach erfolgreicher Krebstherapie eine mittelgradige bis schwere Herzklappenstörung entwickelt hatten. Als Kontrollgruppe dienten Patienten, die ebenfalls an Morbus Hodgkin erkrankt waren, jedoch keine Herzklappenerkrankung erlitten und den Fallpersonen hinsichtlich Alter, Geschlecht und Datum der Hodgkin-Diagnose angepasst waren.

Die häufigsten Herzklappenstörungen betrafen die Aorta- und die Mitralklappe. Als Risikofaktor bestätigte sich die Bestrahlungsdosis, die in der Herzgegend angewendet worden war. Vor allem Dosen über 30 Gy wirkten sich negativ aus. Zudem war das Risiko für eine Herzklappenerkrankung höher, wenn im Zuge der Krebstherapie die Milz entfernt worden war.

Wichtigster Risikofaktor für die Entstehung von Herzklappenerkrankungen bei Patienten nach Hodgkin-Lymphom sei die Bestrahlung des Brustraums, so die Studienautoren. Da jedoch aufgrund moderner effizienterer Bestrahlungstechniken die Strahlendosis heute auf 20 bis 30 Gy begrenzt werden könne, betrage die Risikosteigerung für Herzklappenerkrankungen nur noch rund 1,4 Prozent.

 

Quelle:

Cutter, D. J. et al.: Risk for Valvular Heart Disease After Treatment for Hodgkin Lymphoma. Journal of the National Cancer Institute 2015, 107(4):djv008

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18