Nach erblich bedingtem Retinoblastom

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Das Risiko, an einer weiteren Krebserkrankung zu versterben, ist langfristig erhöht.

Patienten, die im Kindesalter ein erblich bedingtes Retinoblastom überleben, haben später im Erwachsenenleben ein erhöhtes Risiko, an einer weiteren Krebserkrankung zu versterben. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute.

Beim Retinoblastom handelt es sich um einen seltenen bösartigen Tumor der Netzhaut am Auge. Er tritt in der Regel im Kindesalter auf und kann erblich bedingt sein („hereditär“) oder sporadisch, durch neu erworbene genetische Veränderungen (Mutationen) in bestimmten Genen vorkommen. Nur ein oder beide Augen können betroffen sein.

In der aktuellen Studie wurden die Daten von 2.053 Retinoblastompatienten aus den USA ausgewertet, die ihre Diagnose zwischen 1914 und 2006 erhalten hatten. Von den 1.129 Patienten mit erblich bedingtem Retinoblastom starben 518 (drei Viertel) in den 70 Jahren nach der Diagnose. Davon wiederum verstarben 267 aufgrund einer weiteren Krebserkrankung. In den meisten Fällen geschah dies innerhalb von 15 bis 29 Jahren nach der Retinoblastomdiagnose, aber auch noch nach 60 Jahren und mehr war das Risiko, an einer weiteren Krebserkrankung zu sterben, gegenüber der Allgemeinbevölkerung erhöht. Häufiger waren Bauchspeicheldrüsenkrebs, Dickdarmkrebs und Nierenkrebs die Todesursachen.

Bei den Patienten mit sporadischem Retinoblastom hingegen war das Risiko, an einer weiteren Krebserkrankung zu versterben, nur moderat erhöht. 

Offenbar, so schlussfolgerten die Studienautoren, sei es empfehlenswert, Überlebenden eines erblich bedingten Retinoblastoms langfristig besondere risikoadaptierte Früherkennungsuntersuchungen für eventuelle weitere Krebserkrankungen anzubieten.

 

Quelle:

Kleinerman R A et al. Patterns of Cause-Specific Mortality Among 2053 Survivors of Retinoblastoma, 1914–2016. Journal of the National Cancer Institute, Onlinevorabveröffentlichung am 30. Januar 2019, djy227, https://doi.org/10.1093/jnci/djy227

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 19.08.2019 16:11