Nach Enddarmkrebsoperation: Die Wunde optimal versorgen

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Wundheilungsstörungen nach einer Operation an Enddarmkrebs können womöglich den Krankheitsverlauf ungünstig beeinflussen.

Die Zeit unmittelbar nach einer Operation wegen Enddarmkrebs, eines sogenannten Rektumkarzinoms, sollte nicht unterschätzt werden: Offenbar können, so berichten es Wissenschaftler in der Fachzeitschrift BJS, Komplikationen wie Wundinfektionen nach einem solchen Eingriff einen ungünstigen Krankheitsverlauf vorhersagen. Eine optimale Wundversorgung ist schon deshalb unverzichtbar.

In der Studie wurden die Daten von 799 Patienten ausgewertet, die an lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs erkrankt waren. Sie unterzogen sich einer Operation und vorausgehend oder nachfolgend einer Chemostrahlentherapie.  

Wie sich herausstellte, nahm die Krankheit bei Patienten, bei denen es nach der Operation zu Komplikationen wie Wundheilungsstörungen oder einem Anastomosenleck gekommen war, im Durchschnitt einen ungünstigeren Verlauf. Bei einer Anastomose handelt es sich um die künstlich geschaffene Verbindung zwischen zwei Darmstücken. So wird heutzutage bei Enddarmkrebs wenn möglich der Mastdarm mit dem Tumor entfernt. Lediglich ein kleines Stück Mastdarm nahe dem After bleibt bestehen und wird mit dem verbliebenen Teil des Dickdarms vernäht. Diese neue Verbindung ist die Anastomose. Um sie zu schützen, wird häufig ein vorübergehender künstlicher Darmausgang angelegt, der später, nach ca. drei Monaten wieder in einer kleinen Operation zurückverlegt werden kann.

Wenn diese Anastomose undicht wird, etwa, weil sie sich entzündet, treten Komplikationen auf. Bei den Patienten in der Studie war ein Zusammenhang von Wundheilungsstörungen und Anastomosenlecks zu verringerten Überlebenszeiten zu beobachten – es traten bei den betroffenen Patienten häufiger lokale Rückfälle und Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen auf.

Vermutlich, so die Schlussfolgerung der Studienautoren, begünstige das entzündliche Milieu bei Wundheilungsstörungen die Entwicklung und Ausbreitung von Krebszellen, die bei der Operation im Körper verblieben sind. Umso wichtiger sei es, solche Entzündungen nach der Operation von Enddarmkrebs nach Möglichkeit zu vermeiden.

 

Quelle:

Sprenger T et al. Long‐term prognostic impact of surgical complications in the German Rectal Cancer Trial CAO/ARO/AIO‐94. BJS, Onlinevorabveröffentlichung am 30. Mai 2018, https://doi.org/10.1002/bjs.10877

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.10.2018 16:33