Nach einer Stammzelltransplantation wieder in den Berufsalltag zurückkehren

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Eine Herausforderung für die Patienten, aber auch für die betreuenden sozialmedizinischen Dienste

Patienten, die beispielsweise wegen einer Blut- oder Lymphdrüsenkrebserkrankung (Leukämie oder Lymphom) mit einer Stammzelltransplantation behandelt werden müssen, benötigen im Anschluss an die Therapie sozialmedizinische Unterstützung, um möglichst rasch wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren zu können. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie, die an sechs nord- und ostdeutschen Rehabilitationszentren durchgeführt worden war. Der Bericht erschien in der Fachzeitschrift GMS Onkologische Rehabilitation und Sozialmedizin.

56 Patienten, die sich einer Stammzelltransplantation unterziehen mussten, wurden noch während der Rehabilitation im Krankenhaus sowie sechs, zwölf und 24 Monate später befragt. Eruiert wurde, welche Beratungsangebote sie genutzt hatten, welche Maßnahmen sich daraus ergaben und inwieweit sie physio-, ergo- und psychotherapeutische Behandlungen durchgeführt hatten. Dies wurde zum Rehabilitationserfolg in Form einer Wiedereingliederung in das Arbeitsleben in Beziehung gesetzt.

Vor allem im ersten halben Jahr nahmen viele der Befragten ihre Erwerbstätigkeit wieder auf, nach einem Jahr war es der Hälfte gelungen. Anschließend stieg die Zahl der Wiederaufnahmen einer Erwerbstätigkeit nur noch in geringem Maße. Bei den Patienten unter 55 Jahren konnten fast drei Viertel wieder ins Berufsleben zurückkehren, allerdings meist mit einer geringeren wöchentlichen Arbeitszeit als vorher. Für die Patienten, die eine allogene Stammzelltransplantation erhalten hatten, also blutbildende Stammzellen von einem Spender, war es offenbar deutlich schwieriger, wieder zu arbeiten, als für Patienten mit autologer Stammzelltransplantation.

In den meisten Fällen hatten die Patienten Beratungsangebote noch während der Rehabilitation im Krankenhaus angenommen. Berufsbezogene Beratungen erfolgten meist durch die Sozialdienste der Rehabilitationseinrichtungen. Die meisten Patienten empfanden, dass diese Beratungen umfassend waren und genau zum richtigen Zeitpunkt kamen. Nach Ansicht der Studienautoren müsse die Vernetzung zwischen den behandelnden Krankenhäusern und den weiterbetreuenden sozialmedizinischen und betriebsärztlichen Diensten weiter gestärkt werden. Dies könne die Wiedereingliederung von Patienten mit erfolgter Stammzelltransplantation in das Berufsleben weiter verbessern.

 

Quelle:

Peterson-Benz, C.  & Deck, R.: Sozialmedizinische Maßnahmen zur Unterstützung der beruflichen Reintegration: Eine prospektive Langzeiterhebung aus der Sicht stammzelltransplantierter Rehabilitanden. GMS Onkologische Rehabilitation und Sozialmedizin 2014, 3, ISSN 2194-2919

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18