Nach der Stammzelltransplantation: Wenn der Körper schwach bleibt

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Auch junge Patienten bleiben nach einer Stammzelltransplantation mitunter dauerhaft angeschlagen. Dem gilt es, mit geeigneten Maßnahmen entgegenzuwirken.

Die hoch-intensiven Behandlungen, die im Rahmen einer Stammzelltransplantation bei beispielsweise Leukämien durchgeführt werden, können die Patienten anhaltend schwächen. Dies gilt nicht nur für ältere Patienten - auch die jungen sind, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Oncology kürzlich berichteten, nicht davor gefeit.

Die Forscher untersuchten die Daten von 998 Überlebenden einer Stammzelltransplantation, die sich dieser Behandlung zwischen 1974 und 1998 unterzogen hatten und sie um mindestens zwei Jahre überlebten. Alle waren mindestens 18 und höchstens 64 Jahre alt, das Durchschnittsalter lag bei 42,5 Jahren. Als Vergleichsgruppe dienten 297 Geschwister. Die Wissenschaftler wollten wissen, wieviele der Patienten nach der Stammzelltransplantation gebrechlich wurden. Darunter verstanden sie Personen, die mindestens drei der folgenden Merkmale aufwiesen: klinisch bedeutsames Untergewicht, anhaltende Erschöpfung, wenig Energie, reduzierte Gehgeschwindigkeit und Muskelschwäche. 

Acht Prozent der Patienten, die eine Stammzelltransplantation hinter sich gebracht hatten, erwiesen sich im Sinne dieser Definition als gebrechlich. Sie waren damit 8,4-mal häufiger davon betroffen als die Personen der Kontrollgruppe. Patienten mit allogener Stammzelltransplantation, bei der die Stammzellen eines geeigneten Spenders übertragen werden, die eine chronische Abstoßungsreaktion zeigten (graft-vs-host-Krankheit), zeigten sich häufiger gebrechlich als Patienten mit autologer Stammzelltransplantation, bei der körpereigenes, von den kranken Zellen befreites Knochenmark übertragen wird.

Die körperliche Angeschlagenheit wirkte sich allerdings nicht nur kurzfristig auf den Lebensalltag aus – sie ging mit einer fast dreifach erhöhten Sterblichkeit einher. Es sei deshalb, so die Schlussfolgerung der Studienautoren, von größter Bedeutung, die betroffenen Patienten rechtzeitig zu erkennen und ihren körperlichen Zustand mit geeigneten Maßnahmen so gut wie möglich zu verbessern.

 

Quelle:

Arora, M. et al.: Physiologic Frailty in Nonelderly Hematopoietic Cell Transplantation Patients Results From the Bone Marrow Transplant Survivor Study. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 2. Juni 2016, doi:10.1001/jamaoncol.2016.0855

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.11.2017 17:21