Nach der Krebsoperation auf Thromboembolien achten

Nachricht vom 08.03.2024

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Das Risiko kann noch einige Monate nach der Krebsoperation erhöht sein.

Nach einer Krebsoperation bleibt in Abhängigkeit von der Art des chirurgischen Eingriffs und der Krebserkrankung selbst das Risiko für eine Thrombose noch bis zu ein Jahr lang erhöht. Das zeigen die Ergebnisse einer in der Fachzeitschrift JAMA Network Open veröffentlichten Studie.

In der Analyse wurden rückblickend die Daten von Patienten aus Schweden aus den Jahren 1998 bis 2016 ausgewertet. Diese hatten sich einer Operation wegen Krebs der Gallenblase, der Brust, des Dick- oder Enddarms, der Niere, des Harntrakts, der Gebärmutter oder Eierstöcke, der Lunge, der Prostata, des Magens oder der Speiseröhre unterzogen. Die Forscher werteten aus, wie häufig im Zuge der Operation ein thromboembolisches Ereignis auftrat. Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel (Blutpfropf) in einem größeren Blutgefäß, der den Blutfluss unterbindet. Bei der Embolie löst sich ein solches Gerinnsel und wird in die Lunge geschwemmt, wo es ebenfalls zu einem Blutstopp (Lungenembolie) und damit einem lebensgefährlichen Ereignis kommt.

Verglichen wurden die Daten von 432.218 Krebspatienten und 4.009.343 nicht an Krebs erkrankten Kontrollpersonen. Tatsächlich traten bei den Krebspatienten nach der Operation ein Jahr lang häufiger Thrombosen oder Embolien auf, wobei die Höhe des Risikos bei den verschiedenen Krebsarten unterschiedlich war. Besonders hoch war das Risiko für ein thromboembolisches Ereignis in den ersten zwei bis vier Monaten nach dem chirurgischen Eingriff.

Bei allen Krebspatienten, die sich einer Operation unterziehen, müsse das Risiko für Thromboembolien individuell abgeschätzt werden, um jeweils geeignete Schutzvorkehrungen zu treffen, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

Björklund J et al. Risk of Venous Thromboembolic Events After Surgery for Cancer. JAMA Network Open 2024;7(2):e2354352. doi:10.1001/jamanetworkopen.2023.54352

 

(KvK)

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