Nach der Krebserkrankung: Ängste verschwinden nach und nach

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Die Angst bei Krebs verschwindet nach und nach. Auch die Ehepartner der Erkrankten sind betroffen.

Eine Krebserkrankung fordert den oder die Betroffene nicht nur körperlich heraus, auch die seelische Belastung ist enorm. Vor allem Ängste machen den Patienten zu schaffen - Angst vor Schmerzen, vor dem Tod, aber auch Angst davor, wie die Angehörigen auf die Nachricht reagieren und wie es gelingen kann, die schlimmsten Phasen der Krankheit gemeinsam zu bewältigen. Ist die Therapie abgeschlossen, verschwinden diese Ängste nach und nach, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift The Lancet Oncology nach Auswertung mehrerer Studien berichteten.

In vielen Fällen können Krebspatienten inzwischen ihre Erkrankung überstehen oder lange Zeit mit ihr leben. Die Forscher untersuchten deshalb, wie sich die psychische Situation von Langzeitüberlebenden im Laufe der Zeit entwickelt. Sie schlossen in die Analyse 43 Studien ein, in denen die seelische Verfassung von Krebspatienten im Vergleich zu der ihrer Ehepartner oder gesunder Kontrollpersonen untersucht worden war. Dabei ging es um das Auftreten von Depression und Angsterkrankungen bei Patienten, deren Krebsdiagnose mindestens zwei Jahre zurücklag.

Während Depressionen bei Krebspatienten nicht häufiger auftraten als bei den gesunden Kontrollpersonen, war dies hinsichtlich von Angststörungen der Fall. Keine Unterschiede jedoch ergaben sich für Ängste und Depression beim Vergleich der Krebspatienten mit ihren Ehepartnern.

Je länger die Krebsdiagnose zurücklag, desto seltener traten Ängste und Depression auf. Bei der medizinischen Betreuung müsse, so die Studienautoren, ein Schwerpunkt darauf liegen, nicht nur die Ängste und Sorgen der Krebskranken, sondern auch die ihrer Angehörigen zu erkennen und geeignete Behandlungsangebote zu entwickeln.

Quelle:
Mitchell, A. J. et al.: Depression and anxiety in long-term cancer survivors compared with spouses and healthy controls: a systematic review and meta-analysis. The Lancet Oncology 2013, 14(8):721-732

Mehr zum Thema Angst finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.07.2017 16:59