Nach Chemotherapie noch schwanger werden

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Mit einem GnRH-Agonisten können bei einer Chemotherapie bei Brustkrebs die Eierstöcke geschützt werden. Spätere Schwangerschaften werden somit ermöglicht, ohne dass Einbußen in der Krebstherapie befürchtet werden müssen.

Eine Chemotherapie bei jungen Frauen kann zum vorzeitigen Eintritt der Wechseljahre und schließlich zur Menopause führen. In einer Studie wurde untersucht, ob dies bei einer Brustkrebstherapie verhindert werden kann, indem zusätzlich zur Chemotherapie der Gonadotropin-releasing Hormon (GnRH) Agonist Goserelin verabreicht wird. Die hoffnungsvoll stimmenden Ergebnisse der Untersuchung erschienen in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute.

Goserelin legt die Eierstöcke während der Chemotherapie vorübergehend still. Als GnRH-„Gleicher“ (= Agonist) bindet der Wirkstoff an bestimmte Rezeptoren und löst die vermehrte Ausschüttung von luteinisierendem Hormon (LH) und Follikel-stimulierendem Hormon aus. Dies erhöht kurzzeitig die Östrogen- bzw. Testosteronspiegel. Nachdem jedoch durch einen Rückkopplungsmechanismus die erhöhten Sexualhormonspiegel im Körper registriert werden, wird die Ausschüttung von LH gedrosselt, damit fallen auch die Östrogen- und Testosteronspiegel ab.

An der aktuellen Studie nahmen junge Frauen vor der Menopause teil, die an hormonunempfindlichem Brustkrebs erkrankt waren und mit einer Cyclophosphamid-haltigen Chemotherapie behandelt wurden. Ein Teil von ihnen erhielt zusätzlich den GnRH-Agonisten Goserelin, die übrigen nicht.

In den folgenden fünf Jahren nach der Chemotherapie wurden mehr Patientinnen aus der Chemotherapie-Goserelin-Gruppe als aus der Chemotherapie-Gruppe mindestens einmal schwanger. Gleichzeitig war eine, wenn auch nicht signifikante, Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens und des Gesamtüberlebens nach der Kombinationstherapie zu verzeichnen. 

Offenbar könne bei jungen Brustkrebspatientinnen, die mit Chemotherapie behandelt werden, mithilfe einer zusätzlichen Goserelintherapie das vorzeitige Eintreten der Wechseljahre verhindert werden. Dies erlaube mehr Frauen, nach der Therapie noch schwanger zu werden, ohne Einbußen bei der Effizienz der Krebstherapie befürchten zu müssen.

 

Quelle:

Halle C F et al. Final Analysis of the Prevention of Early Menopause Study (POEMS)/SWOG Intergroup S0230. Journal of the National Cancer Institute, Onlinevorabveröffentlichung am 27. Oktober 2018, https://doi.org/10.1093/jnci/djy185

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Basis-Infos für Patienten zum Thema Brustkrebs

Weitere Nachrichten zum Thema Brustkrebs

Zurück

Aktualisiert am: 11.12.2018 16:42