Multiples Myelom: Wann sind seltener Rückfälle zu erwarten?

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Wenn nach der Behandlung keine Myelomzellen mehr nachgewiesen werden können, sind die Langzeitaussichten besser. Ein entscheidender Parameter ist die sogenannte minimale Resterkrankung.

Nach der Behandlung eines multiplen Myeloms kann die Prognose offenbar zuverlässig anhand der sogenannten „minimalen Resterkrankung“ oder „minimal residual disease“ (MRD) abgelesen werden. Das ergab die Auswertung einer Metaanalyse über insgesamt 16 Studien zwischen 1990 und 2016 in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

Spricht ein Myelom gut auf die Therapie an, ist der erste Schritt für eine erfolgreiche Behandlung getan. Doch kommt es selbst dann nicht selten zu Krankheitsrückfällen. Diese werden durch eine kleine Anzahl von Krebszellen ausgelöst, die im Körper verblieben sind. Messbar ist das als minimale Resterkrankung: Je weniger solcher Restzellen noch im Körper vorhanden sind, desto besser ist die Aussicht, dass die Krankheit lange stillsteht – so die Erwartung der Forscher.

In der Metaanalyse wurden die Daten von 14 Studien mit 1.273 Patienten berücksichtigt, in denen der Einfluss der minimalen Resterkrankung auf die Zeit bis zum weiteren Voranschreiten der Krankheit untersucht worden war, sowie zwölf weiteren Studien mit 1.100 Patienten, in denen es um den Zusammenhang von minimaler Resterkrankung und Gesamtüberleben ging. Für die vorliegende Analyse konzentrierten sich die Forscher auf die Daten von denjenigen Patienten, deren Krankheit bei der Erstbehandlung komplett ansprach (komplette Response). Bei diesem Befund ist im Blut oder Urin kein sogenanntes M-Protein mehr nachweisbar, im Knochenmark findet sich keine Vermehrung von Myelomzellen mehr. Das Fehlen von Myelomzellen und M-Protein bedeutet allerdings nicht, dass nicht noch restliche Myelomzellen im Körper verblieben sind. Diese können mithilfe besonders sensibler Meßmethoden aufgespürt und als minimale Resterkrankung gemessen werden.

In der Untersuchung stellte sich der Zusammenhang klar heraus: Patienten ohne minimale Resterkrankung hatten mehr Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt. Zudem war ihr Gesamtüberleben besser als das derjenigen mit minimaler Resterkrankung. Gleiche Zusammenhänge galten für die Patienten mit kompletter Response nach der Ersttherapie.

Ein negativer Befund bei der Ermittlung der minimalen Resterkrankung nach der Ersttherapie von multiplem Myelom ist offenbar mit einem guten Langzeitüberleben verbunden, so die Interpretation der Studienautoren. Damit stehe Ärzten und Wissenschaftlern neben der kompletten Response ein weiterer zuverlässiger Parameter zur Verfügung, um die Prognose abzuschätzen.

 

Quelle:

Munshi, N. C. et al.: Association of Minimal Residual Disease With Superior Survival Outcomes in Patients With Multiple Myeloma. A Meta-analysis. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 15. September 2016. doi:10.1001/jamaoncol.2016.3160

 

(kvk)

 

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Aktualisiert am: 24.05.2017 15:46