Multiples Myelom: Rauchen offenbar kein Risikofaktor

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In einer großen Fall-Kontrollstudie hatte das Rauchen keinen Einfluss auf die Häufigkeit der Krankheit

Rauchen ist im höchsten Maße krebserregend – das gilt nicht nur für die Lunge, sondern auch für viele weitere Organe. Das multiple Myelom, eine Krebserkrankung des Knochenmarks, allerdings steht offenbar nicht im Zusammenhang mit dem Rauchen. Das jedenfalls lassen die Ergebnisse einer zusammenfassenden Analyse von Fall-Kontrollstudien schließen, die kürzlich in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention veröffentlicht wurden.

Beim multiplen Myelom bilden sich in verstärktem Maße kranke Plasmazellen an verschiedenen Stellen des Knochenmarks. Sie verdrängen nach und nach die gesunden Blutzellen, was zahlreiche Beschwerden wie Blutarmut, Infektionsanfälligkeit und Blutgerinnungsstörungen nach sich zieht. Ein Risikofaktor für die Erkrankung ist das Lebensalter, sie betrifft überwiegend Menschen jenseits des 60. Lebensjahres.

Die vorliegende Analyse stützte sich auf die Daten aus neun Fall-Kontrollstudien mit mehr als 2.500 Myelompatienten und fast 12.000 nicht daran erkrankten Kontrollpersonen. Die Forscher bildeten unter den Patienten drei Gruppen mit Niemals-Rauchern, aktiven Rauchern und ehemaligen Rauchern und verglichen, wie oft diese am multiplen Myelom erkrankt waren. Danach ergab sich kein Zusammenhang zwischen dem Rauchen und der Erkrankungshäufigkeit: Weder das Rauchen an sich, noch aktives Rauchen oder ehemaliges Rauchen stellten sich als Risikofaktor für das multiple Myelom heraus. Auch wenn die Intensität und Dauer des Rauchens berücksichtigt wurden, änderte sich daran nichts.

Welche Ursachen auch immer hinter einer Erkrankung am multiplen Myelom stecken, Rauchen sei eher nicht dafür verantwortlich zu machen, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

Andreotti, G. et al.: A Pooled Analysis of Cigarette Smoking and Risk of Multiple Myeloma from the International Multiple Myeloma Consortium. Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention 2015, 24(3):631–634

(kvk)

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Aktualisiert am: 30.05.2017 13:08