Multiples Myelom: Östrogene ohne Einfluss

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Weibliche Sexualhormone spielen einer neuen Studie zufolge keine Rolle bei der Entstehung Multipler Myelome

Auf der Suche nach ursächlichen Faktoren für die Entstehung des multiplen Myeloms nahmen Forscher die weiblichen Sexualhormone bzw. Faktoren, die diese im Lebensverlauf beeinflussen, genauer unter die Lupe. Hintergrund ist die Tatsache, dass weibliche Sexualhormone das Immunsystem beeinflussen und deshalb bei bestimmten Krebserkrankungen eine auslösende Wirkung haben können. Das Ergebnis der Studie war negativ, ein Einfluss der Hormone auf die Häufigkeit der Erkrankung war laut dem Bericht in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention nicht auszumachen.

Die Forscher werteten Daten aus sieben Studien des Internationalen Multiplen Myelom Konsortiums mit mehr als 1.000 an Multiplem Myelom erkrankten und mehr als doppelt so vielen nicht daran erkrankten Frauen aus verschiedenen klinischen Zentren aus. Sie suchten nach hormonellen Faktoren, die bei den Myelompatientinnen im Vergleich zu den nicht Erkrankten häufiger vorhanden gewesen sein könnten. Fündig wurden sie dabei nicht. So waren keinerlei mit der Fortpflanzung verbundene Parameter mit dem Risiko für Multiples Myelom verbunden, etwa die Anzahl der Geburten oder die Einnahme der Pille zur Schwangerschaftsverhütung. Lediglich die Anwendung der Hormonersatztherapie zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden ging im Vergleich zur Nicht-Anwendung mit einem allerdings nicht signifikant geringeren Risiko für Multiples Myelom einher – hier waren die Ergebnisse von Zentrum zu Zentrum verschieden.

Nach Ansicht der Studienautoren konnte in dieser Studie kein Anhaltspunkt dafür gefunden werden, dass reproduktive Faktoren bzw. von außen zugeführte Hormone die Entstehung von multiplen Myelomen beeinflussen könnten. Allerdings, so räumen sie ein, erkranken Untersuchungen zufolge Männer häufiger an einem Multiplen Myelom als Frauen, weshalb ein Einfluss der männlichen Sexualhormone nicht ausgeschlossen werden könne. 

 

Quelle:

Costas, L. et al.: A pooled analysis of reproductive factors, exogenous hormone use and risk of multiple myeloma among women in the International Multiple Myeloma Consortium. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, Onlinevorabveröffentlichung am 13. Oktober 2015, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-15-0953

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07