Multiples Myelom: Noch vorhanden oder nicht?

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Das ist für die Prognose offenbar entscheidend und kann anhand der sogenannten „minimalen Restkrankheit“ ermittelt werden.

Wie gut eine Therapie beim multiplen Myelom anschlägt, wird seit längerem schon anhand der sogenannten partiellen (teilweisen) oder kompletten (vollständigen) Remission gemessen. Nun zeichnet sich ab, dass ihr ein anderer Parameter den Rang ablaufen könnte, weil er mit größerer Genauigkeit Aussagen zur Prognose zulässt: die sogenannte minimale Restkrankheit. Wissenschaftler berichteten darüber in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

Beim multiplen Myelom vermehren sich krankhafte Plasmazellen im Übermaß, wodurch unter anderem vermehrt sogenanntes M-Protein gebildet wird. Dieses darf nach einer Behandlung im Blut oder Urin nicht mehr nachweisbar sein, auch muss der Anteil der Plasmazellen im Knochenmark unter fünf Prozent liegen, damit von einer kompletten Remission ausgegangen werden kann. Allerdings können selbst dann immer noch kranke Plasmazellen, also Myelomzellen im Körper vorhanden sein und später die Krankheit wieder anheizen. Mit einer hochauflösenden Sequenzierungsmethode lässt sich eine solche minimale Resterkrankung nachweisen. 

In der aktuellen Studie wurden die Daten von 609 Patienten aus drei Studien zusammenfassend ausgewertet. Wie sich zeigte, war das Erreichen einer kompletten Remission gegenüber fast-kompletter Remission oder partieller Remission nicht mit einem verlängerten krankheitsfreien Überleben oder Gesamtüberleben verbunden, solange noch eine minimale Resterkrankung nachweisbar war. Hingegen waren das Überleben ohne weiteres Voranschreiten der Krankheit und das Gesamtüberleben signifikant länger, wenn keine minimale Resterkrankung mehr vorhanden war. Bei einem Teil der Patienten ohne minimale Resterkrankung bestehe nach Ansicht der Forscher sogar die Möglichkeit, dass sie geheilt worden seien, da sie bereits seit zwölf Jahren ohne weitere Krankheitsaktivität lebten. 

Unabhängig davon, welche Therapie Patienten mit multiplem Myelom erhalten und zu welcher Risikogruppe sie gehören, könnten durch die Bestimmung der minimalen Resterkrankung sichere Aussagen zum Krankheitsverlauf und der Prognose getroffen werden, so die Studienautoren. Allerdings sind die Verfahren zur Messung der minimalen Resterkrankung vergleichsweise aufwändig.

 

Quelle:

Lahuerta, J.-J. et al.: Depth of Response in Multiple Myeloma: A Pooled Analysis of Three PETHEMA/GEM Clinical Trials. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 12. Mai 2017, DOI: 10.1200/JCO.2016.69.2517

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07