Multiples Myelom: Intensivierung der Therapie lohnt

Nachricht vom 13.02.2024

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Die zusätzliche Anwendung eines unter die Haut zu spritzenden Anti-CD38-Antikörpers hält die Krankheit länger auf. 

Wenn Patienten bei neu diagnostiziertem multiplem Myelom für eine Stammzelltransplantation in Frage kommen, können sie davon profitieren, wenn sie zusätzlich zur Einleitungs-, Konsolidierungs- und Erhaltungstherapie mit den standardmäßig eingesetzten Immunmodulatoren einen Anti-CD38-Antikörper erhalten, der unter die Haut gespritzt wird. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

Die Forscher rekrutierten 709 Patienten, die die Diagnose multiples Myelom erhalten hatten und bei denen eine Stammzelltransplantation in Frage kam. Sie erhielten eine Einleitungs-, Konsolidierungs- und Erhaltungstherapie mit Immunmodulatoren und einem Kortikosteroid (VRd-Gruppe), zusätzlich erhielt ein Teil von ihnen einen unter die Haut zu spritzenden Anti-CD38-Antikörper (D-VRd-Gruppe).

Nach einer Beobachtungszeit von knapp vier Jahren war das Risiko, dass die Krankheit weiter vorangeschritten oder die Patienten am Myelom verstorben waren, in der D-VRd-Gruppe geringer als in der VRd-Gruppe ohne Anti-CD38-Antikörper. So hatten in der VRd-Gruppe gut zwei Drittel der Patienten kein Voranschreiten der Krankheit erlebt, in der D-VRd-Gruppe waren es rund 84%. Generell war bei mehr Patienten in der D-VRd-Gruppe ein komplettes Ansprechen erreicht worden. Auch war der Anteil an Patienten, bei denen keine minimale Restkrankheit mehr nachgewiesen werden konnte, höher.

In beiden Gruppen erlebte jeweils die Mehrheit der Patienten Nebenwirkungen Grad 3 bis 4, am häufigsten einen Mangel an weißen Blutzellen und Blutplättchen. Nach Ansicht der Studienautoren habe sich in der Studie gezeigt, dass Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom mit einem besseren Überleben, ohne dass das Myelom weiter voranschreitet, profitieren, wenn sie in der Behandlung zusätzlich einen Anti-CD38-Antikörper unter die Haut gespritzt bekommen.

 

Quelle:

Sonneveld P et al. Daratumumab, Bortezomib, Lenalidomide, and Dexamethasone for Multiple Myeloma. New England Journal of Medicine 2024; 390:301-13

 

(KvK)

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