Multiples Myelom: Infektionsgefahr vor allem am Anfang bannen

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Beim multiplen Myelom besteht in den ersten Monaten nach der Diagnose ein erhöhtes Sterberisiko. In einer Studie aus Asien waren es vor allem Infektionen, die dafür verantwortlich zeichneten.

Dank der Entwicklung immunmodulierender Wirkstoffe und Proteasomen-Hemmer in Kombination mit  der Stammzelltransplantation hat sich die Prognose beim multiplen Myleom in den letzten 20 Jahren erheblich verbessert. Doch noch immer gibt es gerade in der Anfangsphase der Erkrankung ein hohes Risiko, daran zu sterben. Wissenschaftler spürten den Gründen dafür nach und berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Medicine.

Die Forscher schlossen in ihre Studie 451 Patienten mit multiplem Myelom ein. Knapp 13 Prozent dieser Patienten verstarben innerhalb von 60 Tagen nach der Diagnose. Als unabhängige Risikofaktoren für einen solch frühen Tod kristallisierten sich männliches Geschlecht, ein Serum-Albuminwert von < 3,5 g/dl, eine primäre Plasmazell-Leukämie, ein Kalziumspiegel von  ≥  12 mg/dl und ein erhöhter Wert an Laktatdehydrogenase (LDH  ≥  250 U/l) im Blut heraus.

Wie sich zeigte, verstarben die Patienten in den meisten Fällen an einer Infektion. Besonders häufige Ursachen für einen Tod innerhalb von 60 Tagen nach der Myelomdiagnose waren Lungenentzündung im Zusammenhang mit anderen Infektionen, eine Störung der Nierenfunktion und Herzprobleme. Nach Ansicht der Studienautoren müsse vor allem am Anfang einer Myelomerkrankung besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, Infektionen zu vermeiden.

 

Quelle:

Hsu, P. et al. Risk of Early Mortality in Patients With Newly Diagnosed Multiple Myeloma. Medicine 2015, 94(50):e2305

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18