Multiples Myelom: Gene mit Wirkung?

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Manche Menschen haben ein höheres Risiko, am multiplen Myelom zu erkranken, als andere. Welche Rolle spielen die Gene? 

Die Entstehung des multiplen Myeloms gibt den Forschern derzeit noch viele Rätsel auf. Eines davon ist die Frage, welche Rolle die Gene bei der Auslösung der Krankheit spielen. So bestehen deutliche Unterschiede hinsichtlich des Erkrankungsrisikos zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft. Wissenschaftler aus den USA gingen dem in einer Studie nach und berichteten über ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift Cancer Causes and Control.

Die Forscher stützten sich auf die Daten von 259 Patienten mit multiplem Myelom und 461 gesunden Kontrollpersonen. Sie befragten die Studienteilnehmer u.a. zu ihrer eigenen Krankengeschichte und den in der Familie aufgetretenen Krankheiten. Dabei ergab sich, dass Personen, in deren Familie Blut- oder Lymphdrüsenkrebs vorgekommen waren, ein höheres Risiko für ein Myelom hatten. Am höchsten war das Myelomrisiko, wenn es sich dabei ebenfalls um ein multiples Myelom gehandelt hatte. Für Schwarze galt dies in einem deutlich höheren Maße als für Weiße. Außerdem war der Zusammenhang stärker, wenn eine Myelomerkrankung bei einem Verwandten schon im jungen Lebensalter aufgetreten war und wenn mehrere Verwandte erkrankt waren. Auch der Schweregrad des Myeloms hing davon ab, ob bereits Verwandte an Blut- oder Lymphdrüsenkrebs oder gar an einem multiplen Myelom gelitten hatten.

In der Studie zeige sich, so die Autoren zusammenfassend, ein familiäres Risiko für das multiple Myelom. Die unterschiedlichen Erkrankungsrisiken zwischen Schwarzen und Weißen sowie die Unterschiede im Risiko und in den Krankheitsausprägungen bei Personen mit und ohne familiäre Fälle von multiplem Myelom lassen demnach ein Zusammenwirken von genetischen und umweltbedingten Faktoren bei der Entstehung des multiplen Myeloms vermuten.

 

Quelle:

Van Valkenburg, MA. E. et al.: Family history of hematologic malignancies and risk of multiple

myeloma: differences by race and clinical features. Cancer Causes and Control, Onlinevorabveröffentlichung am 23. November 2015, DOI 10.1007/s10552-015-0685-2

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.07.2017 17:23