Morbus Waldenström: In manchen Familien häufiger

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Die Erkrankung, bei der vermehrt kranke Immunzellen gebildet werden, kommt in manchen Familien häufiger und im Zusammenhang mit anderen bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems und Autoimmunkrankheiten vor.

Eine seltene Krebserkrankung des blutbildenden Systems ist der sogenannte Morbus Waldenström (auch Waldenströms Makroglobulinämie genannt). Die Krankheit tritt in den meisten Fällen sporadisch auf, doch sind auch familiäre Häufungen bekannt. In einer neuen Studie beschäftigten sich Wissenschaftler aus Schweden mit diesem Phänomen. Sie berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Acta Oncologica.

Eine seltene Erkrankung von Immunzellen

Beim Morbus Waldenström kommt es zu bösartigen Veränderungen der B-Lymphozyten, die bei der Abwehr von Krankheitserregern und Schadstoffen eine Rolle spielen und in diesem Zusammenhang sogenannte Ig-M-Antikörper bilden. Die Krankheit ist selten, Schätzungen zufolge treten pro Jahr und eine Million Einwohner höchstens drei neue Erkrankungsfälle auf. Die Forscher werteten alle Daten zum Morbus Waldenström aus, die sie im schwedischen Krebsregister für den Zeitraum 1997 bis 2011 finden konnten.

Auch andere Krankheiten des Immunsystems gehäuft

In zwei Regionen des Landes fanden sich überdurchschnittlich viele Fälle von Morbus Waldenström. Die Forscher identifizierten in diesen Regionen zwölf Familien, in denen gehäuft Erkrankungen an Morbus Waldenström und den damit verwandten Krankheiten IgM-monoklonale Gammopathie und multiples Myelom vorkamen. In neun bzw. fünf dieser Familien kamen zudem auch häufiger Autoimmunkrankheiten vor, bei denen sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen richtet, und andere Krebserkrankungen des blutbildenden Systems – entweder bei den an Morbus Waldenström Erkrankten selbst oder bei engen Verwandten. Auch ungewöhnliche Blutwerte bestimmter Antikörper fanden sich in diesen Familien gehäuft.

Zwei Faktoren: Immunsystem und Gene

Die Ergebnisse der Studie bekräftigen nach Ansicht der Studienautoren die Vermutung, dass sowohl Faktoren des Immunsystems als auch erbliche Faktoren eine Rolle für die Entstehung des Morbus Waldenström verantwortlich sind.

 

Quelle:

Brandeforsa, L. et al.: Familial Waldenstrom’s macroglobulinemia and relation to immune defects, autoimmune diseases, and haematological malignancies – A population-based study from northern Sweden. Acta Oncologica 2016, 55(1); DOI:10.3109/0284186X.2015.1096019

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.09.2017 16:42